München - Beim Abschiedsspiel für Mehmet Scholl gab es körperlosen Fußball in Reinkultur, beim brisanten Wiedersehen mit Werder Bremen dürfte Miroslav Klose mehr auf die Socken kriegen - und auch abseits des Platzes wird es zur Sache gehen.
Es wird die einen oder anderen Pfiffe geben, aber das ist kein Problem, sagte Klose nach dem 0:1 gegen den FC Barcelona. Ich bin nicht nervöser als vor jedem anderen Spiel und will auch in Bremen treffen, betonte der WM-Torschützenkönig.
Mit dem Schlusspfiff bei der Scholl-Abschiedsgala (Klose: Man hat gesehen, dass das ein Freundschaftsspiel war.) und der schnell abgewickelten Übergabe des erstmals ausgespielten Franz-Beckenbauer-Cups an Ronaldinho & Co. begann die Vorbereitung auf das Nord-Süd-Duell. 53 Tage nach seinem mit vielen Misstönen begleiteten Abschied aus Bremen wird Klose dabei im Mittelpunkt stehen. Das ist ein leichtes Spiel für ihn. Im Grunde motiviert es nur, wenn einige Leute pfeifen, redete Kapitän Oliver Kahn im kicker dem Teamkollegen Mut zu.
Einen Vorgeschmack auf das Treffen gab es bereits beim 4:1 der Münchner im Ligapokal vier Wochen zuvor, als sich sogar die Manager Uli Hoeneß und Klaus Allofs wegen verschiedener Aussagen zum Klose-Thema in die Haare bekamen. Pfiffe werden nicht ausbleiben. Das ist oft so, wenn ein Spieler zum falschen Verein gewechselt ist, rechnet Bremens Frank Baumann mit reichlich Emotionen. Auch Bayerns Mark van Bommel erwartet eine brisante Partie: Es ist ein komisches Gefühl für Miro, dass er so schnell in der Saison nach Bremen zurückkehrt, sagte der Niederländer im Bayerischen Fernsehen und stellte Klose unter seinen persönlichen Schutz. Wir haben eine gute Truppe, und wenn ihm etwas passiert, dann schützen wir ihn.
Aussagen wie diese dürften Hoeneß gar nicht gefallen, denn alle Beteiligten sind bemüht, die Emotionen nicht hochkochen zu lassen. So wird Klose vor dem Spiel für seine Werder-Verdienste geehrt. Die Bremer werden nicht Öl ins Feuer gießen. Ich bin überzeugt, dass sie alles dafür tun, das Miro einen vernünftigen Nachmittag hat, sagte der Bayern-Manager und sieht sich von Allofs bestätigt. Ich kann nur an die Fans appellieren, fair zu reagieren, sagte der 50-Jährige.
Hoeneß erwartet allerdings mehr Körperkontakt als beim Stelldichein mit dem FC Barcelona. Das war ein Abschiedsspiel, das ist immer etwas anderes, da geht man nicht auf die Knochen. In so einem Spiel wird nicht hart oder brutal gespielt wie es in der Bundesliga oder Champions League der Fall ist.
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