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Presse in Italien erwartet Milde | 2006-07-25


Rom - Hoffen und Bangen vor der Urteilsverkündigung im italienischen Fußball-Skandal: Während sich das Berufungsgericht des nationalen Fußballverbandes FIGC zu internen Beratungen zurückzog, blühten unter Tifosi und in den Medien die Spekulationen.

Wie die Zeitung La Gazzetta dello Sport berichtete, neigten die Richter zur Milde: Allerdings müsse Rekordmeister Juventus Turin weiterhin mit dem Zwangsabstieg in die 2. Liga rechnen. Unabhängig vom erwarteten Urteil wurde bekannt, dass der Verband vermutlich Inter Mailand den Meistertitel 2005/2006 zusprechen werde.

Der Vorsitzende Richter Piero Sandulli gab offiziell bekannt, das das Urteil am Abend um 20.30 Uhr verlesen werden soll. Eine Urteilsbegründung werde es aber zunächst nicht geben, hieß es.

In erster Instanz waren Juventus, AC Florenz und Lazio Rom zum Zwangsabstieg in die 2. Liga verurteilt worden. Außerdem erhielten die Vereine erhebliche Punktabzüge für die neue Saison, Juventus sogar 30 Punkte, was einen raschen Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse erheblich erschweren würde. Außerdem wurden Juve die beiden letzten Meistertitel aberkannt. AC Mailand kann nach dem erstinstanzlichen Urteil zwar weiter in der Serie A spielen, muss aber nächste Saison auf die Teilnahme an der Champions League verzichten.

Die Gazzetta ging in ihren Spekulationen davon aus, dass Juve und Florenz, wie bereits in erster Instanz entschieden, absteigen müssen, aber im Berufungsurteil weniger Strafpunkte erhalten. Für Lazio sei ein Verbleib in der obersten Klasse eher möglich, meinte das Blatt. Allerdings dürfte das juristische Gerangel weiter gehen: Bei einem ungünstigen Urteil drohen die Vereine, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen. Zudem nahm die Staatsanwaltschaft in Neapel bereits Ermittlungen wegen des Verdachts des Sportbetrugs auf.


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