München - Nach dem Teilerfolg des SV Werder Bremen im Rechtsstreit um den gemeinsamen Trikot-Sponsor ist auch beim Fußball- Zweitligisten TSV 1860 München die Zuversicht gewachsen, schon bald wieder für betandwin werben zu dürfen.
Die Löwen wollen nun ebenfalls eine rasche Aufhebung des gegen sie verhängten Werbeverbots für den privaten Sportwetten-Anbieter erzielen. TSV-Geschäftsführer Stefan Ziffzer kündigte im Bayerischen Fernsehen die Abgabe des erwarteten Einspruchs gegen die vor einer Woche erlassene Unterlassungsverfügung an. Wir werden - wenn es ähnlich abläuft wie in Bremen - innerhalb der nächsten acht bis zehn Tage eine vorläufige Aufhebung der Verfügung bekommen, um dann das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht zu haben, sagte er. Ziffzer rechnet am Ende des Rechtsstreits mit einem Erfolg seines Clubs. Wir werden das Verfahren gewinnen, wann immer das auch sein wird, prophezeite er in der Sendung Blickpunkt Sport
Das Bremer Verwaltungsgericht hatte entschieden, dass der Bundesligist SV Werder Bremen zunächst weiter mit seiner umstrittenen Trikotwerbung bwin.de auflaufen darf. Den Löwen war dies von der Stadt München auf Weisung der Bezirksregierung von Oberbayern unter Androhung eines Zwangsgeldes von 50 000 Euro untersagt worden. Seit dem 21. Juli darf der Verein auch keine Trikots mit der Aufschrift bwin.de verkaufen. Nach Ansicht der bayerischen Staatsregierung sind private Sportwetten illegal, weil sie gegen das Wettmonopol des Staates verstoßen.
Ziffzer schränkte selbst ein, dass der Einspruch des TSV 1860 nicht genauso verlaufen muss wie in Bremen. Er warf den Politikern zugleich vor, dass es ihnen bei ihrem Vorgehen gegen betandwin nicht wie vorgegeben in erster Linie um die Bekämpfung der Spielsucht in Deutschland gehe. Sie sei lediglich ein dankbares Argument, um das staatliche Wettmonopol zu Gunsten des Anbieters Oddset zu retten. Der politische Druck, die eigenen Geldquellen zu schützen, ist enorm, behauptete Ziffzer.
Der Geschäftsführer glaubt an einen Fortbestand der von den Löwen auf drei Jahre geschlossenen Partnerschaft mit betandwin. Die erste Hälfte der Jahresgage, die auf über zwei Millionen Euro geschätzt wird, habe das Unternehmen bereits überwiesen, berichtete Ziffzer. So lange wir die Nerven nicht verlieren, bin ich ziemlich sicher, werden wir mit unserem Partner eine gute Partnerschaft haben, sagte er. Die Finanzspritze des Hauptsponsors hatte dazu beigetragen, dass der finanziell angeschlagene Zweitligist von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Lizenz für die neue Saison erhalten hatte.
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