Bremen - Vergleiche mit seinem Vorgänger Johan Micoud lehnt Diego ab. Der brasilianische Zugang im Team von Werder Bremen hält das für Zeitverschwendung.
Dabei hat der Mittelfeldspieler, der für sechs Millionen Euro vom FC Porto an die Weser kam, nicht nur das Trikot mit der Nummer 10 vom französischen Strategen übernommen. Auch Diego soll die Werder-Stürmer mit klugen Pässen in Schussposition bringen. Ob und in welchem Maß der 1,74 m große Profi die Lücke schließen kann, die der Wechsel von Micoud nach Bordeaux hinterlässt, ist die Bremer Gretchenfrage in der neuen Bundesliga-Saison.
Angesichts der hohen Ablösesumme sind die Erwartungen an den erst 21 Jahre alten Brasilianer in der Hansestadt ziemlich groß. Deshalb bemühen sich die Werder-Verantwortlichen, keinen Druck aufzubauen. Micoud kann keiner ersetzen und das wird auch nicht erwartet, sagte Werders Mannschaftskapitän Frank Baumann. Auch Trainer Thomas Schaaf wollte den Südamerikaner nicht in die Micoud-Rolle als Führungsspieler drängen. Diego ist ein starker Techniker, der unserem Spiel viel Fantasie verleiht, urteilte der Coach.
Es ist schwer, seinen eigenen Stil zu beschreiben. Viele sagen, ich sei ein klassischer Spielmacher-Typ, erläuterte Diego seine Fußball-Philosophie. Ich bin froh, endlich wieder Fußball spielen zu können, nachdem ich in Porto zuletzt nicht zum Zug gekommen bin, fügte er hinzu. In den Testspielen deutete er sein Können phasenweise an. Der direkte Vergleich mit Micoud fiel allerdings aus. Wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel musste Diego bei der Bremer 0:1- Niederlage gegen Bordeaux pausieren.
Kollege Baumann erläuterte die Vorzüge der unterschiedlichen Spielertypen Micoud und Diego. Micoud hat unser Spiel immer sehr schnell gemacht und den Ball immer mit wenig Ballkontakten sofort in die Spitze gespielt. Meinen ersten Eindrücken nach ist Diego im Dribbling eins-gegen-eins etwas stärker. Er wird unser Spiel auf andere Weise beleben. Fakt ist, dass wir auch mit ihm weiter offensiven, attraktiven Fußball spielen wollen, sagte der Bremer Mannschaftsführer.
Obwohl Diego vergangene Saison nur 13 Mal für Portugals Meister FC Porto in der Liga spielte und den Sprung ins brasilianische WM-Team verpasste, sind Trainer Schaaf und Manager Klaus Allofs von den außergewöhnliche Fähigkeiten des 14fachen Nationalspielers überzeugt. Wir haben ihn schon seit 2002 beobachtet, verriet Trainer Schaaf. Diego hakte die zurückliegende Spielzeit schnell ab: Der FC Porto und die Fans haben mich sehr gut behandelt. Aber leider hat der Trainer sein taktisches Konzept im Mittelfeld verändert, so dass kein Platz mehr für einen Spielmacher wie mich war. Daher wurde ich bei der Aufstellung nicht mehr berücksichtigt.
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