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Ausrüsterstreit: Schiedsgericht empfiehlt Vergleich | 2007-08-16


Frankfurt/Main - Das Tischtuch zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und seinem langjährigen Ausrüster adidas ist doch noch nicht zerschnitten und sogar eine mögliche Einigung in Sicht.

Das von dem Sportartikelhersteller angerufene Schiedsgericht hat im Rechtsstreit um den Ausrüstervertrag zwischen dem DFB und adidas zwar noch keine Entscheidung getroffen, aber beiden Parteien aufgrund des schwierigen Themenkomplexes zu einer Vergleichslösung geraten. Dies teilten DFB und adidas nach rund neunstündiger Anhörung durch das Gremium unter Vorsitz des Osnabrücker Honorarprofessors Willi Erdmann in einem Stuttgarter Nobelhotel mit.

Während über konkrete Inhalte des Tagungsmarathons nichts bekannt wurde, war von einer Annäherung der streitenden Parteien die Rede. Die Delegationen von DFB und adidas sind bereits in aussichtsreiche Vergleichsgespräche eingetreten. Eine abschließende Entscheidung soll zeitnah fallen, hieß es in einer gleich lautenden Presseerklärung beider Parteien. Es waren konstruktive Gespräche. Wir befinden uns auf einem guten Weg, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der an der Spitze der siebenköpfigen DFB-Delegation stand. Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer sprach von einer sehr kooperativen Atmosphäre. Den Vergleichsvorschlag machte das Schiedsgericht auch unter Hinweis auf die Jahrzehnte lange gute Partnerschaft.

In dem Streitfall geht es um die Frage, ob der bisherige Ausrüster adidas den bis Ende 2010 laufenden Vertrag mit dem DFB um vier Jahre bis 2014 verlängert hat. Dies wurde vom DFB bestritten, dem eine Offerte vom amerikanischen adidas-Rivalen Nike über 500 Millionen Euro für einen Achtjahresvertrag vorliegt. Im Laufe des seit September 2006 schwelenden Konflikts zwischen den langjährigen Vertragspartnern hatte adidas sein Angebot von bisher 11 Millionen Euro pro Jahr auf 22 Millionen Euro von 2011 an erhöht. Dieses wurde vom DFB bisher abgelehnt.

Es geht schließlich um wirtschaftliche Interessen, sagte DFB-Präsident Zwanziger, der strafrechtliche Konsequenzen wegen Verletzung von Vermögensinteressen fürchtete, wenn er das um ein Vielfaches lukrativere Nike-Angebot als Präsident eines gemeinnützigen Verbandes von 6,5 Millionen Mitgliedern abgelehnt hätte. adidas ging davon aus, dass der bestehende Vertrag bereits im August 2006 bis mindestens 2014 wirksam verlängert wurde. Im Fachmagazin Kicker (Donnerstag-Ausgabe) hatte Zwanziger gesagt: Für uns ist es kein Problem, zu der Absicht zu stehen, dass wir den Vertrag verlängern wollten. Aber zwischen dem Willen und einer Vertragsverlängerung liegt einiges.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, dem nachgesagt worden war, den möglichen Nike-Deal eingefädelt zu haben, sagte am Rande der Bekanntgabe des Aufgebotes für das England- Länderspiel: Wir verfolgen mit Interesse, was das Schiedsgericht entscheidet. Für die Arbeit mit der Nationalmannschaft ist es aber nicht so entscheidend. Es ist vor allem wichtig für die Verbände und die Vereine. Wir haben schon perfekte Bedingungen.


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