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Gerüchte um Parreira-Nachfolge - Carlos Rücktritt | 2006-07-04


Rio de Janeiro - Nach dem vorzeitigen WM-Aus der Seleçao spekulieren die brasilianischen Medien bereits über die Nachfolge von Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira. Als Favorit gilt Paulo Autuori.

Parreira solle allerdings der Seleçao ungeachtet der Schlappe bei der WM auf einem ranghohen Verwaltungsposten erhalten bleiben, schrieben die Zeitung Estado de Sao Paulo und andere Medien unter Berufung auf Kreise des Nationalverbandes CBF. Linksverteidiger Roberto Carlos verkündete derweil definitiv seinen Rücktritt aus dem Nationalteam.

Der 49-jährige Autuori war unter anderem bereits Nationaltrainer von Peru und Coach des FC Sao Paulo. Zur Zeit trainiert er Kashima Antlers in Japan. Kashima kenne bereits die CBF-Pläne und wolle deshalb einen anderen Brasilianer, den früheren Bundesliga-Spieler und Weltmeister von 1994, Jorginho, kontaktieren. Autuori gilt als Freund von Parreira. Er verbuchte als Vereinscoach in Brasilien mit dem FC Sao Paulo einige Erfolge. 1995 gewann er mit Botafogo Rio als junger Trainer die brasilianische Meisterschaft. Als peruanischer Nationaltrainer blieb er allerdings erfolglos und wurde gefeuert.

In einem Interview hatte Parreira erklärt, er habe die Entscheidung für seine berufliche Zukunft bereits getroffen. Er wolle diese aber erst nach der Rückkehr von CBF-Präsident Ricardo Teixeira aus Deutschland bekannt geben. Zur Zeit ist es für den brasilianischen Fußball völlig unwichtig, ob der Nationaltrainer geht oder bleibt, meinte er.

Keine Lust zu bleiben hat Roberto Carlos. Ich verlasse die Mannschaft. Das war mein letztes Spiel, sagte der 33 Jahre alte Linksverteidiger von Real Madrid laut Medienberichten aus Brasilien. Dem schussstarken Abwehrspieler gelangen in 132 Länderspielen elf Treffer, darunter sein berühmter Freistoß 1997 gegen Frankreich, der sich mit viel Außenrist-Effet an der Mauer vorbei ins Tor drehte. Seitdem gilt Roberto Carlos als der Mann, der um die Ecke schießen kann. 1998 stand er mit Brasilien im mit 0:3 gegen die Franzosen verlorenen WM-Endspiel, 2002 zählte er beim Triumph in Asien zu den Schlüsselspielern, wirkte auch im Finale gegen Deutschland (2:0) mit.

Roberto Carlos ist der zweite Auswahl-Akteur nach Juninho, der seine internationale Karriere beendet hat. Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler Juninho, der nicht zur Stammformation der Selecao zählte, hatte alle Teamkollegen im Alter von über 30 Jahren aufgerufen, seinem Schritt zu folgen. Dazu zählen auch der ebenfalls stark kritisierte Kapitän und Rechtsverteidiger Cafu (36) sowie Emerson, der Ex-Münchner Zé Roberto und Torhüter Dida.


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