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Positive Prognose für deutschen Profi-Fußball | 2006-08-08


Frankfurt/Main - Der deutsche Profi-Fußball sieht ganz offenbar rosigen Zeiten entgegen. Diese positive Prognose geht aus einer in Frankfurt/Main vorgestellten Studie der Stuttgarter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervor.

Danach rechnen 25 befragte Manager der 36 Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage in den kommenden Jahren. Ausschlaggebend für diese Entwicklung seien die höheren Einnahmen aus dem neuen TV-Vertrag und der WM-Boom.

Die derzeitige Situation der Branche schätzen die Fußball-Manager deutlich positiver ein als zuvor. 76 Prozent der Befragten bezeichneten die wirtschaftliche Lage als gut oder eher gut - in den Vorjahren waren es 65 bzw. 48 Prozent. Nach einer von der Deutschen Fußball Liga (DFL) Mitte März vorgenommenen Bestandsaufnahme hatten die 36 Clubs der 1. und 2. Bundesliga in der vergangenen Saison 1,52 Milliarden Euro erwirtschaftet, was eine Umsatzsteigerung von 19,1 Prozent bedeutete. Von einer weiteren Verbesserung der Lage gehen 68 Prozent aus. Knapp 90 Prozent der Befragten erwarten eine Steigerung der Einnahmen in der neuen Saison vor allem durch Sponsoring und TV-Gelder. Andererseits rechnen die Clubs mit steigenden Transfer-Ausgaben und Personalaufwendungen.

Nach Meinung der Club-Manager hatte die Weltmeisterschaft in Deutschland einen sehr positiven Einfluss auf das Image des deutschen Profifußballs. Positive Effekte werden in Form gesteigerten Interesses von Sponsoren am Profifußball, den Zuschauerzahlen in den modernsten Stadien der Welt und der Bereitschaft der Verbraucher erwartet, ein Pay-TV-Abonnement zu kaufen. Die Weltmeisterschaft hat dem deutschen Fußball ungeheuer viel positive Aufmerksamkeit und Dynamik gebracht. Jetzt gilt es, die gute Startposition zu nutzen und in noch höhere Besucherzahlen und Sponsoringeinnahmen umzusetzen, sagte Stefan Pfeiffer von Ernst & Young.

Präsentiert sich die Bundesliga national nach wie vor als Premiumprodukt, so liegt sie im internationalen Vergleich zumindest bei den Medien-Einnahmen weiter deutlich hinter den anderen großen europäischen Ligen. Trotz der 42-prozentigen Steigerung bei der Vermarktung der Medienrechte von 302 auf 430 Millionen Euro wurde dort der Anschluss nicht gefunden. So wird die englische F.A. Premiere League in der kommenden Saison 710 Millionen Euro an Mediengeldern und in der Saison 2007/2008 sogar eine Milliarde Euro einnehmen. Die französische Ligue 1 kommt auf Einnahmen in Höhe von 600 Millionen (2006/2007) bzw. 650 Millionen Euro (2007/2008).

Dank des neuen Medienvertrages und des modifizierten Verteilerschlüssels werden vor allem die deutschen Spitzenclubs deutlich höhere Einnahmen erzielen. Falls der FC Bayern München erneut deutscher Meister wird, werden dem Club 28 Millionen Euro an Medieneinnahmen zufließen, was eine Steigerung um 73 Prozent im Vergleich zur Saison 2005/2006 bedeutet. Wenn Werder Bremen erneut Zweiter wird, erhält der Verein 26 Millionen Euro (Steigerung: 68 Prozent). Diese Summen wirken jedoch wie Peanuts im Vergleich mit den Spitzenclubs anderer Länder. Souveräner Spitzenreiter der europäischen Geld-Rangliste bei den Medieneinnahmen ist der FC Barcelona mit 125 Millionen Euro. Real Madrid wird auf 100 Millionen geschätzt, der FC Chelsea steht bei 48 Millionen (Saison 2007/2008:67 Millionen).

Nur beim Liga-Sponsoring könnte die Bundesliga demnächst die Nummer 1 in Europa werden, wenn der Premium-Partner Telekom als Namensgeber der Eliteliga nach Schätzungen von Ernst & Young zwischen 22 und 30 Millionen Euro einbringt.


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