Karlsruhe - Für den früheren ungarischen Nationaltrainer Lothar Matthäus ist Tamas Hajnal bereits ein zweiter Thomas Häßler und ein Zauberer am Ball.
Der neue Spielmacher des Karlsruher SC, trägt beim Aufsteiger der Fußball-Bundesliga nicht nur die Verantwortung im offensiven Mittelfeld, sondern weckt auch hohe Erwartungen. Vom Typ her kann man die beiden schon vergleichen, sagt selbst KSC-Trainer Edmund Becker über den nur 450 000 Euro teuren Neuzugang vom 1. FC Kaiserslautern. Er ist klein und dribbelstark und Spezialist für die Standards. Mit seinen beiden Toren beim 2:0-Sieg zum Saisonauftakt in Nürnberg ist der nur 1,68 Meter große Profi schon mal groß rausgekommen.
Vor allem Manager Rolf Dohmen frohlockte daraufhin. Ich habe nach dem Schlusspfiff eine SMS von meinem Kollegen Frank Aehlig bekommen. Der hat geschrieben, dass Hajnal doch zu billig war. Mit dem 26-Jährigen habe der KSC einen herausragenden Fußballer und Menschen bekommen, den wir nicht mehr hergeben.
Verpflichtet wurde Hajnal für den zu Borussia Dortmund abgewanderten Zweitliga-Torschützenkönig Giovanni Federico. Dennoch sieht sich der 12-malige ungarische Nationalspieler nicht als dessen Nachfolger: Ich fühle mich in der Zentrale am wohlsten, wo ich Einfluss auf das Spiel nehmen kann. Seine zwei Tore gegen Nürnberg, so sein Coach Becker, waren wichtig für die Mannschaft und ihn, denn in eine Führungsrolle muss man reinwachsen.
Diese hatte von 1994 bis 1998 Icke Häßler bei den Badenern inne. Der Weltmeister von 1990 kam damals für 7 Millionen Mark (3,58 Millionen Euro) vom AS Rom, konnte allerdings in seinem letzten Jahr beim KSC den Abstieg aus der ersten Liga nicht verhindern. Für Matthäus, so urteilte Häßlers früherer Nationalmannschaftskollege in Sportbild, ist Hajnal nicht nur so klein, sondern auch so gut wie Häßler. Auf die Frage des Fachmagazins kicker, was er mit Häßler gemeinsam habe, antwortete Hajnal: Den Vornamen. Thomas war ein Riesenfußballer. Der Vergleich mit ihm ist eine schöne Sache. Doch ich möchte mein Spiel so umsetzen, wie ich es kann und nicht, wie Thomas Häßler in Karlsruhe spielte.
Für Becker ist Hajnal ein sehr selbstkritischer Spieler, der fast zu viel will und macht auf dem Platz. Er müsse noch lernen, in gewissen Situationen Gas rauszunehmen, um dann den tödlichen Pass zu spielen. Doch der Ungar hat Nachholbedarf. In sieben Jahren bei Schalke 04 war ihm nie der Durchbruch gelungen: Aus heutiger Sicht hätte ich den Verein zwei Jahre früher verlassen sollen. Über den Umweg Belgien (VV St. Truiden) und den 1. FC Kaiserslautern, wo ihm in der vergangenen Zweitliga-Saison in 32 Spielen 7 Treffer und 12 Torvorlagen gelangen, ist er nun endlich in der Bundesliga gelandet.
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