Hannover - Beim Start der 44. Bundesliga-Saison sitzen die Fußballfans vor dem Bildschirm auf einem Tribünenplatz. Sieben der neun Partien des ersten Spieltages sind ohne Decoder, Zusatzkosten und Freischaltungs-Ärger im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV) zu verfolgen.
Die ARD überträgt an diesem Freitag (20.30 Uhr) live das Auftaktspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Und am Samstag (15.30 Uhr) zeigt Sat.1 die Live-Konferenz des Bezahlsenders Arena mit sechs Begegnungen. Dabei handelt es sich allerdings um eine einmalige Werbeaktion. Wiederholungen sind derzeit nicht geplant.
Von daher ist der erste Spieltag untypisch für das neue TV-Schema. Die ARD darf in der Rückrunde noch ein zweites Spiel live zeigen und konzentriert sich ansonsten ganz auf die Samstag-Sportschau. Dort laufen die Bundesliga-Berichte von 18.30 Uhr an. Das ZDF fasst das Auftakt-Geschehen im Aktuellen Sportstudio am Samstag (22.30 Uhr) nach dem Ende des Grand Prix der Volksmusik zusammen. Für den ehemaligen Bundesligasender Sat.1 (ran) ist der Deal mit Arena ein Ausflug in die Vergangenheit. Sat.1 hat vor wenigen Wochen seinen Sportstandort München geschlossen und Mitarbeitern gekündigt.
Vor allem am Sonntag werden die Auswirkungen der neuen TV-Struktur sichtbar. Bilder von den beiden Begegnungen Hannover 96 - Werder Bremen und VfL Wolfsburg - Hertha BSC (Beginn 17.00 Uhr) sind im Free TV erstmals von 22.00 bis 23.00 Uhr beim DSF zu sehen. Vorher bleibt die Mattscheibe dunkel. Ärgerlich für den NDR: Obwohl beide Spiele in seinem Sendegebiet stattfinden, darf das Dritte Programm im Norden Spielszenen erst von 23.00 Uhr an in seinem Magazin Sportclub live zeigen.
Der neue Bundesliga-Sender Arena zeigt von Freitag bis Sonntag jedes Spiel live. Zudem bietet der Pay TV-Kanal am Samstag und Sonntag Konferenzschaltungen an. Durch die Vereinbarung mit Sat.1- Arena-Moderator Oliver Welke, Reporter Erich Laaser und Sportchef Albrecht Schmidt-Fleckenstein haben früher bei Sat.1 gearbeitet - können sich am Samstag im Prinzip alle TV-Zuschauer ein Bild über die Qualität der Übertragungen machen. In dieser Hinsicht gab es bei der Generalprobe mit dem Abschiedsspiel für Giovane Elber am vergangenen Dienstag wenig auszusetzen.
Dennoch war bei mehreren Zuschauern der Ärger groß. Vor allem Kabel-Kunden klagten über dunkle Bildschirme. Bei ihnen konnte der Arena-Kanal auf der Premiere-Plattform nicht freigeschaltet werden. Nach Angaben des früheren Bundesliga-Senders Premiere kann die Freischaltung für Arena-Abonnenten bis zu 60 Minuten dauern. Von daher ist der erste Spieltag mit viel Fußball für alle eine gute Gelegenheit, die technischen Probleme im Pay TV-Bereich zu klären.
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