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1. FC Köln in der Aufstiegspflicht - 2. Liga stark | 2006-08-10


München - Fast 63 Millionen Euro lassen sich die drei Bundesliga-Absteiger den direkten Wiederaufstieg kosten, doch für den 1. FC Köln, 1. FC Kaiserslautern und MSV Duisburg wird die sofortige Rückkehr in die Bel Etage des deutschen Fußballs kein Selbstgänger.

Ich rechne mit acht, neun Mannschaften, die für den Aufstieg in Frage kommen, sagt Lauterns Trainer Wolfgang Wolf und prophezeit der 33. Zweitliga-Saison vor dem Start ein spannendes Rennen um die begehrten drei Aufstiegsplätze. Mit attraktiven Erstliga-Absteigern, WM-Stadien in Köln, Lautern und München sowie Fußballtradition mit den Neulingen Augsburg, Essen und Jena will die Zweite Liga ihren Höhenflug fortsetzen.

Die Liga boomt ohnehin, und die WM wird diesen Zustand noch steigern, meint Manager Wolfgang Loos von Eintracht Braunschweig. Fußball ist absolut in. Wir werden von der WM profitieren, glaubt sein Kollege Norbert Hartmann von der SpVgg Unterhaching. Selbst bei Aufsteiger FC Augsburg, der 23 Jahre lang auf die Zweite Liga warten musste, macht sich die Fußball-Lust bemerkbar. Wenige Tage vor dem Saisonstart verkauften die Schwaben 2000 Dauerkarten - drei Mal so viel wie vor der vergangenen Spielzeit in der Regionalliga.

Zum Abschluss des ersten Spieltages, der mit drei Partien eröffnet wird, ist der 1. FC Köln Premierengast beim FCA. Wir wollen den großen Favoriten etwas ärgern, sagt Trainer Rainer Hörgl. FCA-Manager Andreas Rettig wird mit besonderem Interesse verfolgen, ob sein früherer Arbeitgeber das einstimmige Votum der 18 Zweitliga-Trainer für Köln als Titelkandidat Nummer eins gleich bestätigen kann. Alles andere als ein direkter Wiederaufstieg der Kölner wäre eine Sensation, gibt Freiburgs Trainer Volker Finke die Einschätzung seiner Kollegen wieder.

Mit einem Gesamtetat von 34 Millionen Euro ist Köln zum Aufstieg verpflichtet, und Präsident Wolfgang Overath macht zusätzlich Druck. Wir sind der 1. FC Köln und müssen sofort wieder aufsteigen. Es wird schwer, denn wir sind die Gejagten, aber dem Druck muss sich jeder stellen, sagt der Weltmeister von 1974. Ähnliche Vorzeichen herrschen in Duisburg (Etat 20 Millionen) und Kaiserslautern (8,5). Wir wollen aufsteigen, alles andere zählt nicht, stellen MSV-Coach Rudi Bommer und FCK-Trainer Wolf unmissverständlich fest.

Finkes Freiburger, Hansa Rostock, die SpVgg Greuther Fürth, dessen Trainer Benno Möhlmann bei Nicht-Aufstieg aufhören will, und der TSV 1860 München zählen zum weiteren Kreis der Aufstiegsanwärter. Das runderneuerte Löwen-Team zeigte beim Derbysieg gegen den FC Bayern eine vielversprechende Leistung. Bei den Aufsteigern Rot-Weiß Essen, FC Carl-Zeiss Jena, TuS Koblenz und Augsburg hat der Klassenverbleib absolute Priorität.

Die Liga ist attraktiver und brutal stark, fasst Manager Kurt Gaugler von Wacker Burghausen zusammen: Ich denke, es wird wieder eine Zweiklassengesellschaft sein, oben die drei Absteiger, dazu Freiburg, Rostock und mindestens ein Überraschungsteam. Der Rest hinter sieben, vielleicht acht Topclubs kämpft gegen den Abstieg.


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