Bremen - Werder Bremens Marketing-Chef Manfred Müller hat die Diskussion um die Rechtmäßigkeit von privaten Sportwettenanbietern in äußerst scharfer Form kritisiert.
Was im Moment in Deutschland passiert, ist beispiellos. Das ist eine Treibjagd gegen Wettanbieter, sagte der 65-Jährige in Bremen. Werder stehe in guten und in schlechten Zeiten zu seinem Partner betandwin und werde alles unternehmen, was möglich ist, um den Vertrag zu erfüllen.
Sachsen hatte den privaten Sportwettenanbietern betandwin e. K. (Neugersdorf/Sachsen) und bwin.com Interactive Entertainment AG (Wien) ihre Tätigkeit im Freistaat untersagt. betandwin kündigte umgehend Rechtsmittel gegen die Entscheidung an. Das Unternehmen ist seit dieser Saison Trikotsponsor der Bremer. Werder soll rund sechs Millionen Euro pro Jahr kassieren.
Müller kündigte an, dass der deutsche Vizemeister gegen jedes Bundesland vorgehen werde, in dem die Werbung gegen seinen Sponsorpartner verboten wird. Einen Präzedenzfall gab es bereits am 28. Juli, als Werder ein Testspiel in Oldenburg gegen Girondins Bordeaux auf Betreiben der Landesregierung von Niedersachsen ohne Brustwerbung bestreiten musste. Der Vereine prüfe nun, ob man Schadenersatz geltend machen könnte, sagte Werders Marketingchef.
Ein neuerlicher Fall ebenfalls in Niedersachsen könnte für noch mehr Aufsehen sorgen. Den Bremern droht ein Zwangsgeld von 50 000 Euro, wenn die Mannschaft zum Bundesliga-Auftakt bei Hannover 96 mit dem Logo von bwin auf der Brust aufläuft. Gegen eine entsprechende Unterlassungsverfügung hat Werder beim Verwaltungsgericht Hannover einen Eilantrag eingereicht. Sollte darüber nicht bis zum Tag vor dem Spiel entschieden werden, will der viermalige deutsche Meister im Nordderby ohne oder mit zugeklebter Brustwerbung auflaufen.
Unabhängig davon werden die neuen Werder-Trikots mit dem Logo in der AWD-Arena wohl dennoch tausendfach zu sehen sein. Der Club hat bereits über 6000 neue Trikots mit entsprechendem Aufdruck verkauft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand einem Fan das Trikot ausziehen wird, sagte Müller.
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