Frankfurt/Main - Im Vertragsstreit zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem traditionellen Ausrüster adidas bahnt sich zeitnah ein millionenschwerer Kompromiss an.
Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus gut informierten Kreisen erfuhr, laufen die Verhandlungen bereits. Ein Schiedsgericht hatte beiden Parteien am 16. August in Stuttgart zu einer Vergleichslösung geraten. Nach dpa-Informationen soll der bis 2010 laufende Vertrag über bisher 11 Millionen Euro per anno zu erhöhten Konditionen um mindestens vier Jahre verlängert werden. Zudem soll sich adidas verpflichten, zur besseren Talentförderung zahlreiche Bolzplätze zu bauen. Dies gilt als eines der Lieblingsprojekte von DFB-Präsident Theo Zwanziger.
Adidas war davon ausgegangen, dass der Vertrag bereits 2006 rechtswirksam bis 2014 verlängert worden sei und hatte dem DFB für eine Vertragsverlängerung zuletzt 22 Millionen Euro pro Jahr geboten. Konkurrent Nike hatte beim Werben um den Kontrakt über 500 Millionen Euro für einen Acht-Jahres-Vertrag von 2011 an in den Angebotskorb gelegt.
Das vom fränkischen Sportartikel-Hersteller angerufene Schiedsgericht hatte in einem Stuttgarter Nobelhotel nach neunstündiger Sitzung unter dem Vorsitz des Osnabrücker Honorarprofessors Richter Willi Erdmann ein salomonisches Urteil, aber noch keine Entscheidung gefällt und zum Kompromiss geraten. Durch die Empfehlung würden beide Seiten ihr Gesicht wahren und nicht als Verlierer aus der Dauerfehde gehen. Weder der DFB noch adidas wollten offiziell Stellung nehmen.
Der Vorwurf von adidas richtete sich in dem seit September 2006 schwelenden Streit gegen die Ansicht des DFB, dass die Verlängerung des Vertrages um vier Jahre bis 2014 noch nicht perfekt gewesen sei. Der Konzern bestand darauf, dass bereits im Sommer 2006 verlängert worden war. Damals hatte der Konzern die freie Schuhwahl der Nationalspieler ermöglicht und den DFB vor einem Streit mit seinen Stars bewahrt. Bei der WM im vergangenen Jahr hat adidas eineinhalb Millionen Trikots der deutschen Nationalmannschaft verkauft.
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