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Buchwald fordert Daum zum Trainer-Duell | 2007-08-17


Düsseldorf - 1992 waren sie beim VfB Stuttgart als Spieler und Chefcoach gemeinsam deutscher Fußball-Meister. Jetzt kommt es zwischen Guido Buchwald und Christoph Daum zum reizvollen Duell auf der Trainerbank.

Die Voraussetzungen vor dem Zweitliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Alemannia Aachen am 20. August im mit 50 000 Besuchern sicherlich ausverkauften RheinEnergieStadion in Köln sind höchst unterschiedlich: Daum muss mit den Geißböcken aufsteigen, Buchwald wird in Aachen mehr Zeit eingeräumt.

Das Ziel Bundesliga muss man immer vor Augen haben, aber der sofortige Wiederaufstieg ist keine Pflicht für uns, sagte Buchwald der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Weltmeister von 1990 nennt einen Grund für die differierende Basis beider Traditionsclubs: Die Kölner haben im Vergleich mit uns den fünffachen Etat. So ganz stimmt das nicht: Rund neun Millionen Euro stehen Buchwald im Lizenzspielerbereich zur Verfügung, in Köln ist der Betrag etwa doppelt so hoch. Unter diesen Umständen gibt es für mich nur noch ein Zweitliga-Jahr, ließ Daum wissen.

Der FC habe im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten alles ausgeschöpft, lobte der Kölner Chefcoach seinen Manager Michael Meier für die zahlreichen Neuverpflichtungen. Christoph hat so viel Geld bekommen, wie er wollte, äußerte der ehemalige Weltmeister Buchwald mit Blick auf den Konkurrenten. In Aachen herrscht nach dem Abstieg zwangsweise Bescheidenheit: Die Alemannia ist leider finanziell nicht auf Rosen gebettet. Deswegen können wir zwar trotzdem oben mitspielen, aber wir können genauso gut auch Siebter, Achter oder Neunter werden.

Buchwald bezeichnet seine Fußball-Philosophie und die seines ehemaligen Lehrmeisters Daum als ähnlich. Attraktive Angriffe, elegante Ball-Stafetten - das schwebt beiden vor. In der Vorgehensweise unterscheiden sie sich. Der neue Aachener Chefcoach ist keiner, der irgendetwas von oben vorgibt. Den Takt ja, aber jeder Spieler müsse für den gemeinsamen Erfolg Verantwortung übernehmen. Daum ist fordernder, stellt seine Schützlinge bei einem Versagen schon einmal öffentlich bloß.

In der vergangenen Saison hatte er hierzu vielfach Gelegenheit: Du sitzt auf der Bank und denkst, du bist im falschen Film, sagte er nach dem 0:5-Debakel am 18. Februar 2007 beim späteren Absteiger Essen. Zeitweise sah es so aus, als wolle Daum den FC im Frust vorzeitig verlassen. Doch er habe viel gelernt in den vergangenen Monaten. Die neue Zeitrechnung, die Daum mit Beginn der Saison 2007/2008 am Geißbockheim einkehren sieht, vermittelt dem 53- Jährigen das Gefühl, dass sein Team jetzt sehr gut aufgestellt sei.

Buchwald kann das Ganze mit relativer Gelassenheit betrachten. Und wünscht dem kommenden Gegner den Aufstieg: Solange sie hinter uns landen, vertraute er den Zuhörern bei der Gesprächsrunde time 2 talk der Aachener Nachrichten in dieser Woche an.


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