Gelsenkirchen - Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft von Eintracht Frankfurt hat den Titel-Ambitionen des FC Schalke 04 gleich zum Saisonstart der Fußball-Bundesliga einen Dämpfer verpasst.
Der selbst ernannte Meisterschaftskandidat aus Gelsenkirchen kam trotz spielerischer Überlegenheit und zahlreicher Chancen nicht über ein 1:1 (1:0) gegen die Hessen hinaus. Vor 61 482 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena brachte Neuzugang Halil Altintop (30.) Schalke zwar mit 1:0 in Führung, doch Ioannis Amanatidis gelang in der 72. Minute für die fleißige Eintracht der Ausgleich. Die größte Chance zum Sieg für die Elf von Trainer Mirko Slomka vergab der Brasilianer Lincoln, der in der 50. Minute per Foulelfmeter am Frankfurter Keeper Markus Pröll scheiterte.
Mit dem glücklichen Unentschieden bin ich zufrieden, mit unserer Leistung kann ich überhaupt nicht zufrieden sein, sagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel. Sein Schalker Kollege Slomka bemängelte die schlechte Chancenauswertung: Wir hatten genügend Möglichkeiten, das Spiel schon in der ersten Hälfte zu entscheiden. Ein Bruch kam ins Spiel, als wir den Elfmeter nicht verwandelt haben.
Funkel musste in der Partie beim Revierclub gleich sieben Spieler wegen Verletzung oder Krankheit ersetzen. Darunter waren auch die drei Neuzugänge Sotirios Kyrgiakos, Michael Fink und Naohiro Takahara. So musste in der Abwehr der junge Marco Russ aushelfen, vorn setzte Funkel auf das neue Sturmduo Amanatidis und Michael Thurk. Die Schalker dagegen konnten bis auf Sören Larsen und Christian Pander ihre beste Formation aufbieten. Die beiden Neuzugänge Peter Lövenkrands und Halil Altintop bildeten gemeinsam mit Nationalspieler Kevin Kuranyi den neuen Dreier-Angriff.
Die Knappen ergriffen von Beginn an die Initiative und erspielten sich vor der Pause zahlreiche Torchancen. Doch zunächst konnte der Frankfurter Torhüter Markus Pröll, der den Vorzug vor Oka Nikolov erhalten hatte, gute Möglichkeiten zunichte machen. So entschärfte Pröll Distanzschüsse von Lincoln (14.), Marcello Bordon (14.) sowie Lövenkrands (16.). In der 23. Minute hatten die Schalker Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch ein Versuch von Halil Altintop wurde in höchster Not über die Latte gelenkt.
Wenig später fiel das längst überfällige 1:0. Der Ex-Lauterer Halil Altintop hatte keine Mühe, eine Hereingabe von Kuranyi zu verwerten. Bis zum Halbzeitpfiff hätten Kuranyi (39.) und Gustavo Varela (40.), der völlig frei an Pröll scheiterte, das Ergebnis durchaus höher schrauben können. Frankfurt blieb bei gelegentlichen Kontern über Amanatidis und Thurk gefährlich. Der frühere Mainzer Thurk vergab die beste Möglichkeit, als er schon in der zweiten Minute am herauseilenden Schalke-Torhüter Frank Rost scheiterte.
Fünf Minuten nach dem Wechsel hatte Schalke die große Chance zur Vorentscheidung. Christoph Spycher hatte Kuranyi im Strafraum gefoult. Doch Schalkes Regisseur Lincoln, der schon in der Vorsaison zwei Elfmeter verschossen hatte, scheiterte mit seinem Strafstoß. Auch in der Folgezeit blieb der Gastgeber spielerisch überlegen, machte aus seinen Möglichkeiten jedoch zu wenig. Das sollte sich rächen, denn Amanatidis gelang nach einer Flanke des eingewechselten Christopher Reinhard der überraschende Ausgleich.
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