Lübeck - Der Fehlstart des FC St. Pauli in die neue Regionalliga-Saison ist nahezu perfekt. Das Team von Trainer Andreas Bergmann verlor am dritten Spieltag mit dem 0:1 im Nordderby beim VfB Lübeck schon sein zweites Saisonspiel.
Zu allem Überfluss erhielt auch noch Stürmer Felix Luz mit einer Roten Karte (87.) nach einer Tätlichkeit gegen Lübecks Kapitän Dietmar Hirsch. Beim selbst ernannten Aufstiegsfavoriten vom Millerntor herrschte Katzenjammer: Wir haben das Spiel zwar dominiert, aber keine Torchancen gehabt, sagte Mittelfeldspieler Thomas Meggle.
Der VfB Lübeck bleibt dagegen in der Erfolgsspur. Das Team von Trainer Bernd Hollerbach holte vor 11 800 Zuschauern auf der Lohmühle den dritten 1:0-Sieg in Folge und steht schon auf einem Aufstiegsplatz. Den einzigen Treffer erzielte Neuzugang Jan Hoffmann nach vier Minuten. Ich bin nun 16 Jahre lang Profi und zwei Jahre lang Trainer, aber so ein Spiel ohne Torchancen aus dem Spiel heraus habe ich noch nie gesehen. Ein Sonntagsschuss und ein Freistoß an den Pfosten. Beide Abwehrreihen waren überragend. Das war es, lautete das Fazit von Hollerbach.
Nach 238 Sekunden Spielzeit wehrte Luz einen Freistoß von Thomas Ollhoff im Strafraum zu kurz ab, die Kunststoffkugel landete direkt vor den Füßen von Hoffmann, der aus 21 Metern Entfernung unhaltbar in den rechten Torwinkel traf. Nach acht Minuten traf Charles Takyi vom FC St. Pauli mit einem Freistoß nur den rechten Außenpfosten. Das waren die einzigen Höhepunkte im Derby. Lübeck wahrte daheim seine makellose Bilanz gegen die Hamburger und schaffte den vierten Heimsieg in Folge gegen den FC St. Pauli bei einem Torverhältnis in Höhe von 11:1.
In der 87. Minute entlud sich der Frust über die Erfolglosigkeit in einer Tätlichkeit von Lux, der Dietmar Hirsch den Ellenbogen unter das Kinn rammte. Luz wird mit einer mehrwöchigen Sperre rechnen müssen. Wir haben unglücklich verloren. Ich bin aber stolz auf meine Mannschaft, die sich nie aufgab und das Spiel bis zur letzten Minute dominiert hatte. Diese Niederlage tut aber sehr weh, meinte Bergmann über die zweite Auswärtsniederlage in Serie. Lübeck hat in der Abwehr exzellent gestanden, von St. Pauli bin ich sehr enttäuscht. Die sind allerdings daheim am Millerntor gefährlicher, sagte Bayern Münchens Trainer Felix Magath, dessen Team am 9. September erneut im DFB-Pokal in Hamburg auf den FC St. Pauli trifft. Magath hatte das Nordderby in der Loge 1 auf der Lohmühle verfolgt.
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