Mainz - Mit seinem Tor und seiner ausgezeichneten Vorstellung beim 2:1 (1:0) über Aufsteiger VfL Bochum ebnete Ex-Amateur Tobias Damm den Rheinhessen den ersten Auftaktsieg im dritten Anlauf in der Bundesliga.
Auer weg, Thurk weg, Zidan weg - Damm da: Der FSV Mainz hat schon einen neuen Sturmhelden. Für ein Fußballer- Leben ist es das Schönste, was man sich vorstellen kann. Unbeschreiblich, unbeschreiblich. Ich bin sprachlos, wiederholte der einstige Oberliga-Spieler und gefragteste Akteur nach seinem ersten Bundesligaspiel von Beginn an immer wieder.
Es war die 29. Minute, in der Damm alle Dämme im mit 20 000 Zuschauern überraschend allerdings nicht ausverkauften Bruchwegstadion brechen ließ. Auf Zuspiel von Fabian Gerber düpierte der 2005 vom FC Schwalmstadt nach Mainz gewechselte Damm, der schon vor rund einer Woche beim 5:0 im Testspiel gegen den FC Liverpool getroffen hatte, Bochums Defensive sowie Keeper Peter Skov-Jensen.
Das sind meine Lieblingstore, verriet der Schütze zum 1:0 nach dem Match mit einem verschmitzten Grinsen. Er hat einfach überragend gespielt. Das war eine klare 1, attestierte der kurz vor seinem möglichen Nationalmannschaftsdebüt stehende Mitspieler Manuel Friedrich. Standing Ovations bei Damms Auswechslung waren fast schon eine Selbstverständlichkeit.
Beinahe wäre Damm auch noch ein zweiter Treffer gelungen. Allerdings ließ sich Bochums Keeper nach gut einer Stunde nicht noch einmal von dem Mainzer Stürmer, der erst in dieser Saison nach abgeschlossener Ausbildung die komplette Vorbereitung hatte absolvieren können, verladen. Das Gute ist, dass der Junge sich sogar auch noch deutlich verbessern kann, meinte Trainer Jürgen Klopp, der nach den Abgängen von Mohamed Zidan (Werder Bremen), Michael Thurk (Eintracht Frankfurt) und Benjamin Auer sein Sturm-Trio verloren hatte.
Damm aber ließ alle vergessen. Die Fans feierten den 22-Jährigen und verhöhnten den im Unfrieden gegangenen Thurk. Im Stadionmagazin hatte Manager Christian Heidel bereits angekündigt: Es ist Zeit für neue Helden.
So sah es auch Abgänger Auer. Nach der ganzen Sturmsituation war es wichtig für Mainz, das Tobias diese Entwicklung genommen hat, meinte der vor der Spielzeit zum Gegner Bochum gewechselt Stürmer. Gegen seine ehemaligen Mitstreiter, allen voran Friedrich, bekam er jedoch keinen Stich. Auch ein Grund dafür, dass die Gäste letztlich leer ausgingen.
Zu spät fiel nach dem 2:0 per Foulelfmeter durch Rückkehrer Mimoun Azaouagh (79.) - ausgeliehen für eine Saison vom FC Schalke 04 - der Anschlusstreffer von Kapitän Thomas Zdebel (86.). Auf den letzten 20 Metern vorm gegnerischen Tor müssen wir mehr reinlegen, mehr Aggressivität zeigen, forderte Trainer Marcel Koller. Es war nicht nötig, dass wir dieses Spiel verloren haben. Dennoch kam es zur ersten Auswärtspartie ohne Punktgewinn nach neun Spielen in der zweiten Liga für die Bochumer. Da waren wir zum Siegen verdammt. In der ersten Liga wird jede Kleinigkeit hart bestraft, sagte Zdebel.
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