Hamburg - Für David Beckham brach eine Welt zusammen, doch Englands Fußball-Nationaltrainer Steve McClaren hat sich vor seiner Premiere mit der Ausbootung des Superstars gehörig Respekt verschafft.
Mackie Messer macht den tiefsten aller Schnitte, befand die Tageszeitung The Independent. Mit einem Telefonanruf beendete der Nachfolger des ungeliebten Schweden Sven-Göran Eriksson die bewegte und ungekrönte Länderspiel-Karriere des Mittelfeldspielers von Real Madrid. Bei dem Telefonat zeigte sich der Glamour-Boy des Fußballs offenbar erschüttert. Beckham schluchzte und flehte McClaren an, ihn nicht fallen zu lassen, will das Boulevardblatt The Sun erfahren haben.
Es war eine schwere Entscheidung. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich sie treffen musste, sagte McClaren. Nach 94 Länderspielen, davon 58 als Kapitän, hat der 31 Jahre alte Beckham damit unfreiwillig noch mehr Zeit für seine viel diskutierten Auftritte außerhalb des Fußballplatzes. Sein turbulentes Eheleben mit Ex-Spice Girl Victoria, mit der er drei Söhne hat, liefert zuverlässig Schlagzeilen für die Klatschspalten.
Als Werbestar und Mode-Ikone jedoch steht Beckhams Millionen-Marktwert auf dem Spiel. Die spanischen und englischen Zeitungen reagierten überraschend gleichgültig auf den Rauswurf. Experten sehen den Stern der Marke Beckham schon im Sinkflug. Auch für den englischen Fußball-Verband (FA) könnte die Abnabelung vom einstigen Nationalhelden schmerzliche finanzielle Folgen haben. Ohne Poster Boy Beckham im Trikot mit der Nummer 7 drohen der FA nach Recherchen der Sun Einnahmeverluste von bis zu 75 Millionen Euro.
Der zunächst als langweilig geltende McClaren, als Trainer beim Erstligisten FC Middlesbrough nur mäßig erfolgreich, ließ sich von solchen Überlegungen nicht beirren. Ich mache, was ich für das Beste halte, sagte der 45-Jährige, der auch Ersatztorwart David James und Verteidiger Sol Campbell (beide FC Portsmouth) aussortierte.
Ausgerechnet im Stadion Old Trafford von Manchester beginnt gegen Europameister Griechenland die Ära nach Beckham. Im Theater der Träume von Manchester United nahm dessen Bilderbuch- Karriere einst ihren Anfang. Sechs Meisterschaften und den Triumph im Champions-League-Finale 1999 gegen den FC Bayern München feierte der Freistoß-Künstler mit United, ehe er 2003 zu Real wechselte und dort aber bislang ohne Titel blieb.
Sein Debüt ihm Nationalteam gab Beckham am 1. September 1996 gegen Moldawien. Nach seiner Roten Karte beim Aus im WM-Achtelfinale 1998 gegen Argentinien fiel er kurz in Ungnade, doch zwei Jahre später machte ihn Interimstrainer Peter Taylor zum Kapitän der Three Lions. Mit seinem Siegtor gegen Ecuador im WM-Achtelfinale im Juni avancierte Beckham zum ersten englischen Spieler, der bei drei Weltmeisterschaften getroffen hat. Ich habe viel von ihm gelernt. Er war ein großartiger Kapitän, lobte John Terry vom FC Chelsea, der künftig die Spielführer-Binde tragen wird.
Seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft wollte Beckham trotz der bitteren Ausmusterung jedoch nicht erklären. Er hat seinen Stolz und er will um seinen Platz kämpfen, berichtete McClaren und ließ dem tief enttäuschten 31-Jährigen zumindest die Hintertür offen: Man soll niemals nie sagen.
Südafrika wittert Rassisten unter WM-ZweiflernDüsseldorf gegen Union Berlin vorgezogenEx-HSV-Profi Gravesen vor Wechsel zu Real MadridIN: HeadhunterFrankfurter Spycher für zwei Pokalspiele gesperrtKlinsmann nach Remis: Nur der 9. Juni zähltFC Sevilla siegt mühellos gegen Zenit St. PetersburgKind neuer Geschäftsführer bei Hannover 96BVB verlängert Vertrag mit Trainer van MarwijkBayern will Grundstein für Gruppensieg legen1635 |
1766 |
1938 |
1974 |
1424 |
13266 |
13893 |
13630 |
13695 |
13833 |