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Domenech: Wollen die Straße bis zum Ende gehen | 2006-07-02


Hamburg - Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech spricht mit der Deutschen-Presseagentur über den Sieg seines Teams im Viertelfinale gegen Brasilien.

dpa: Was geht in ihnen nach dem Sieg gegen Brasilien vor?

Domenech: Ich bin glücklich und sehr zufrieden. Dass wir das Halbfinale erreicht haben, ist eine großartige Sache. Aber wir müssen jetzt weitermachen. Das Spiel gegen Brasilien war nur ein Halt auf einer langen Straße, die wir bis zum Ende gehen wollen. Unser Ziel ist das Finale am 9. Juli. Heute haben wir lediglich eine Hürde genommen. Eine aufregende Hürde, mehr aber auch nicht.

dpa: Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Domenech: Sehr intensiv. Ich bin herumgesprungen, habe geschrien und viel gestikuliert. Ich will nicht sagen, dass wir das Spiel beherrscht haben, aber wir haben es kontrolliert, wie wir es uns vorgenommen hatten. In der Schlussphase mussten wir einige heikle Situationen überstehen und ganz schön zittern.

dpa: Wie groß war der Respekt vor dem Weltmeister?

Domenech: Ich habe Brasilien nicht als Titelverteidiger betrachtet, sondern als Mannschaft, die im Viertelfinale gegen uns spielt. Wir sind in die Partie gegangen, um im Duell Elf gegen Elf einen Sieger auszufechten.

dpa: Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Domenech: Wir hatten eine allgemeine Strategie ausgearbeitet, keine individuelle Marschroute gegen die einzelnen Spieler. Um gegen Brasilien zu bestehen, muss man defensiv stark und sehr diszipliniert spielen. Gegen eine solche Mannschaft kann man nicht 90 Minuten lang bedingungslos nach vorne spielen. Wenn man da einmal zu stark aufrückt, schlagen die unbarmherzig zu. Wir mussten also mit einer geeigneten Mischung agieren. Das haben wir getan und es ihnen damit sehr schwer gemacht.

dpa: Was sagen Sie zur überragenden Leistung von Zinedine Zidane?

Domenech: Alle scheinen von seiner Leistung überrascht zu sein. Das ist Zidane! Ich war nicht überrascht, denn ich weiß, was er kann. Er ist in der Lage, einer sehr gut spielenden Mannschaft den Stempel aufzudrücken. Ich möchte aber keinen meiner Jungs besonders hervorheben. Es war nicht das Spiel von Zidane und den anderen, sondern von Zidane unter den anderen.

dpa: Ihre Mannschaft ist schwach in das Turnier gestartet. Wie erklären Sie die Steigerung?

Domenech: Die WM ist eine Serie von sieben Spielen. Um Weltmeister zu werden, muss man sich steigern. Wir haben daran gearbeitet, besser zu werden. Es herrscht eine große Solidarität im Team, das sehr gut harmoniert und ausgezeichnet zusammenarbeitet. Es ist richtig, dass wir in der Vorrunde nicht so überzeugend gespielt haben. Aber die Teams, die das getan haben, schauen jetzt nur noch am Fernseher zu.

dpa: Zum Beispiel ihrem Team im Halbfinale gegen Portugal. Was erwarten Sie?

Domenech: Es klingt vielleicht komisch, aber wir haben gegen Portugal ein weit schwereres Spiel vor uns. Wir kennen das Team und die einzelnen Spieler. Sie sind taktisch sehr stark. Wir werden bis zum Ende kämpfen und sehen, wohin die Reise führt.

Aufgezeichnet von Eric Dobias und Susan Dobias, dpa


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