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Briten-Abschied mit Anstand | 2006-07-02


Gelsenkirchen - Die britischen Fans trugen nach dem Ausscheiden ihres Teams gegen Portugal in Gelsenkirchen Trauer, verkrafteten den K.o.-Schlag aber mit Anstand.

Rund 70 000 bitter enttäuschte Engländer haben sich nach dem im Elfmeterschießen verlorenen Spiel friedlich aus Deutschland verabschiedet. Laut Polizei gab es bei der Abreise keine ernsten Zwischenfälle. Damit blieben die gefürchteten Krawalle von Hooligans aus Großbritannien und anderen Ländern weitgehend aus.

Insgesamt 180 Menschen kamen wegen Beleidigung, Körperverletzung oder Diebstahl zeitweise in Gewahrsam, überwiegend Briten, aber auch mehr als 40 Deutsche. Die meisten waren am Morgen des 2. Juli bereits wieder frei. Auch die Abreise der Fans vom zeitweise gesperrten Gelsenkirchener Bahnhof war bis zum Morgen geschafft.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zog zum Ende des WM-Viertelfinales ein positives Fazit. Ein großes Lob geht an die Fans aus dem In- und Ausland, die allen Spekulationen zum Trotz friedlich und freundschaftlich bei dieser WM gefeiert haben, sagte Schäuble der dpa. Ausnahme blieben die zum Teil heftigen Auseinandersetzungen zum England-Spiel gegen Ecuador in Stuttgart.

Der britische Botschafter in Deutschland, Sir Peter Torry, sagte der dpa: Das war in Stuttgart nur eine ganz kleine Minderheit im Vergleich zu der ungeheuer großen Zahl friedlicher englischer Fans in Deutschland. Von den von den Behörden vor der WM besonders beachteten Fangruppen, u.a. aus Polen und den Niederlanden, waren die Engländer die letzten, die nun die Heimreise antreten mussten.

Wir können bilanzieren: Es war ein ausgesprochen friedliches Fest, sagte ein Polizeisprecher nach dem Viertelfinalspiel im Gelsenkirchener Stadion. 100 000 ausländische Fans waren als Zuschauer im Stadion oder beim Public Viewing angereist, darunter fast 80 000 Briten und 15 000 Portugiesen. Viele fuhren noch in der Nacht wieder ab. Der Bahnhof musste wegen Überfüllung zeitweise geschlossen werden. Es ist aber alles friedlich geblieben, es handelt sich um ein reines Massenproblem, versicherte Bundespolizeisprecher Jürgen Karlisch.

Am Sonntag hielten sich nach Polizeischätzungen noch mehrere tausend Fans in Gelsenkirchen auf, die in Zelten übernachtet hatten und im Lauf des Tages abreisen wollten. Gelsenkirchen war beim Viertelfinale zum letzten Mal WM-Spielort. Das war eine wunderbare Zeit. Da ist schon ein tränendes Auge dabei, wenn es zu Ende geht, sagte Klein, der schon bei der WM 1974 als Polizist im Einsatz war. Das Public Viewing gehe aber in Gelsenkirchen weiter, so dass die WM-Atmosphäre erhalten bleibe, sagte Klein.


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