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Straßenfußball-WM in Berlin eröffnet | 2006-07-02


Berlin - Fußball für Toleranz, Integration und soziale Chancen: Im Rahmenprogramm der WM ist in Berlin das erste Weltturnier der Straßenkicker eröffnet worden. Bis 8. Juli treten im kleinsten WM-Stadion in Kreuzberg 22 Teams aus sozialen Projekten gegeneinander an.

Auf dem 15 Mal 25 Meter großen Kunstrasenfeld geht es um die Copa Andrés Escobar. Die Trophäe ist nach dem kolumbianischen Nationalspieler benannt, der nach einem Eigentor bei der Weltmeisterschaft 1994 ermordet worden war.

Bei der Eröffnung musste sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Pfiffe und Buhrufe von den Rängen gefallen lassen. Teams aus Ghana und Nigeria waren keine Visa für die Einreise erteilt worden. Steinmeier sagte Fußballprojekten in beiden Ländern für die nächsten Jahre Unterstützung zu. Dass Israel und Palästina mit einer gemeinsamen Straßenfußballmannschaft auflaufen, sei ein gutes Signal. Ich hoffe, dass es vor Ort verstanden wird, sagte der Minister. Der Präsident des Fußball-Weltverbands FIFA, Joseph Blatter, hob die Kraft des Fußballs für die weltweite Verständigung hervor. Das Festival ist Teil des offiziellen Kunst- und Kulturprogramms zur WM.

Die Mannschaften haben sich den Kampf gegen Gewalt, Drogen und Rassismus auf die Fahnen geschrieben. Wie die Fußball-WM 2006 hat auch die Straßenfußball-Weltmeisterschaft ihren eigenen Ball: Er trägt das TransFair-Siegel und soll für einen gerechteren Welthandel werben. Die Spiele dauern je zwölf Minuten, die Spieler können besondere Regeln vereinbaren - zum Beispiel, dass Tore von Mädchen doppelt zählen. Schiedsrichter gibt es nicht.

Das internationale Netzwerk Streetfootballworld als Veranstalter will mit dem Spektakel für die Arbeit der Projekte werben. Leiter Jürgen Griesbeck bedauerte, dass die Mannschaften aus Ghana und Nigeria nicht teilnehmen können. Insgesamt gibt es weltweit 80 Straßenfußball-Projekte in 50 Ländern, an denen sich rund 300 000 Kinder und Jugendliche beteiligen.


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