Mexikaner Archundia leitet Deutschland - Italien | 2006-07-02
Berlin - Der Mexikaner Benito Archundia leitet das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Italien. Die Schiedsrichterkommission des Weltverbandes FIFA nominierte den 40 Jahre alten Referee für die Partie in Dortmund (21.00 Uhr).
Archundia kam bei der WM bisher vier Mal zum Einsatz. Er pfiff die Spiele Schweiz gegen die Ukraine im Achtelfinale sowie Italien gegen Tschechien, Frankreich gegen Südkorea und Brasilien gegen Kroatien in der Vorrunde.
Der Rechtsanwalt und Volkswirt aus Tlalnepantla feierte am 28. Mai 1994 in der Partie USA gegen Griechenland sein Länderspiel-Debüt als Schiedsrichter. Am 18. Dezember 2005 pfiff Archundia das Weltpokal-Finale zwischen dem brasilianischen Vertreter FC Sao Paulo und dem englischen Erstligisten FC Liverpool. In seinen bisherigen vier WM- Einsätzen zeigte der 1,70 Meter große Referee insgesamt zehn Gelbe Karten und im Spiel Italien - Tschechien (2:0) eine Gelb-Rote Karte gegen den Tschechen Jan Polak.
Für Aufsehen sorgte der spanisch und englisch sprechende Mexikaner beim zweiten Gruppenspiel der Franzosen gegen Südkorea (1:1) am 18. Juni. Archundia verweigerte einem Treffer von Patrick Vieira die Anerkennung, obwohl Südkoreas Torhüter Lee Woon-Jae dessen Kopfball erst hinter der Linie abwehren konnte. Der französische Mannschaftskapitän Zinédine Zidane sprach sogar von Spielverfälschung. Zudem sah Zidane gegen die Koreaner die zweite Gelbe Karte im Turnier und musste daher im dritten Vorrundenspiel gegen Togo (2:0) zuschauen. Eine Partie der deutschen Nationalmannschaft hat Archundia bislang nicht gepfiffen.