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Pelé swingt und jazzt - Musik wie Ballzauber | 2006-07-03


Berlin - Er ist nicht nur der Mann der (über) 1000 Tore, sondern wohl auch der 1000 Talente: Fußballlegende, Politiker, Philanthrop, Filmschauspieler, Dauer-Interviewpartner und jetzt auch Musiker.

Pelé, der beste Fußballer des Jahrhunderts, versucht sich am Samba, Bossa Nova, Smooth Jazz und Swing - und das durchaus mit Geschick. Das ist eine Leidenschaft von mir, ich will den Leuten das Beste von mir geben, wie früher beim Fußball, sagt er im dpa-Gespräch in Berlin. Mein Wunsch war immer: Wenn Du schon Unentschieden spielst, dann nicht 0:0; lass es ein 3:3 oder 4:4 sein, aber kein 0:0 - das macht doch keinen Spaß.

So klingt auch sein erstes Musikalbum Peléginga: Es verkörpert eher beschwingten Offensivfußball als Catenaccio. Die zwölf professionell arrangierten Songs - die passend zur Weltmeisterschaft erschienen sind - strahlen Lebensfreude aus, sind beschwingte Anekdoten brasilianischer Feierstimmung, so dass Hörer unwillkürlich das Bein im Takt mitwippen. Damit habe ich mir einen Traum erfüllt, sagt der 65-Jährige.

Schon während seiner aktiven Fußballerkarriere spielte Pelé Gitarre, schrieb und komponierte mehr als 500 Songs - allerdings nur für sich selbst. In meiner Fußballerzeit wollte ich nur als Spieler gesehen werden. Ich wollte nicht, dass die Leute sagen: Er ist ein guter Fußballer, aber ein schlechter Sänger. Ich wollte meine Talente nicht vergleichen lassen. Dennoch trat er auch damals schon vor das Mikrofon, sang Klassiker zusammen mit der in Brasilien berühmten Jazzsängerin Elias Regina.

Diese Lieder sind auch auf Peléginga, dazu ein Duett mit der Musikergröße Gilberto Gil, dem brasilianischen Kulturminister. Das Lied Ginga wiederum hat Pelé zusammen mit dem HipHopper Rappin Hood aufgenommen - Ginga heißt eigentlich der Hüftschwung beim Tanzen, ist aber die Bezeichnung der Dribbelkünste, Schlenker und Hakenschläge, die Pelé auf dem Fußballfeld berühmt gemacht haben. Nun hat er offenbar Gefallen gefunden: Es folgen auf jeden Fall noch zwei weitere CDs, sagt Pelé, und auf die Frage nach einer Konzertreise antwortet er vielsagend: Ich habe noch viele Träume im Leben...

Ein Traum ist indes geplatzt: der des sechsten Weltmeistertitels für die Seleçao. Aber der Top-Favorit hatte es immer schon schwer, den Titel auch zu gewinnen, sagt Pelé.

Freunde der Seleçao können sich aber auch nach der Viertelfinalniederlage Brasiliens gegen Frankreich weiter an brasilianischem Fußballzauber erfreuen: In der S-Bahnstation Potsdamer Platz in Berlin lässt die Ausstellung Peléstation das Leben und die Karriere des Stars Revue passieren: Ohne seine Musik, dafür mit den wichtigsten seiner 1364 Spiele und 1282 Tore.


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