Amokfahrer: Ermittlungen wegen versuchter Tötung | 2006-07-03
Berlin - Gegen den mutmaßlichen Amokfahrer auf der Berliner Fanmeile wird wegen versuchter Tötung ermittelt. Der 33-jährige Autofahrer soll einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden, teilte die Polizei mit.
Unterdessen hat sich die Zahl der Verletzten durch die Unglücksfahrt vom Sonntagnachmittag auf 25 erhöht. Betroffen sind laut Polizei 14 Männer, acht Frauen sowie drei Kinder im Alter von einem, acht und elf Jahren. Einziger Schwerverletzter ist mit mehreren Rippenbrüchen ein elfjähriger Junge. Unter den Verletzten befindet sich auch ein Polizeibeamter. Zu den Hintergründen der Unglücksfahrt wurden bisher keine Angaben gemacht. Nähere Einzelheiten sollten auf einer Pressekonferenz um 14.00 Uhr im Polizeipräsidium mitgeteilt werden.
Noch ist unklar, ob der Autofahrer mit Absicht auf die Meile vor dem Brandenburger Tor gerast war. Der 33-Jährige sowie seine 55 Jahre alte Beifahrerin blieben unverletzt und wurden mit vorgehaltener Waffe festgenommen. Bei dem 33-Jährigen handelt es sich um einen in Deutschland geborenen Mann, dessen Eltern aus Indien stammen. Die Beifahrerin soll seine Mutter sein.
Der Mann war mit seinem Kleinwagen mit Berliner Kennzeichen gegen 15.30 Uhr Richtung Brandenburger Tor gefahren. Offensichtlich mit Absicht durchbrach er das erste Absperrgitter zur Fanmeile, hatte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) in einer ersten Einschätzung gesagt. Ein Attentatsversuch wurde aber ausgeschlossen. Bei der Durchsuchung des Wagens wurde kein Sprengstoff entdeckt.
Die Innenbehörde von Senator Körting bekräftigte, dass das Sicherheitskonzept an der Fanmeile nicht geändert werden solle. Es gebe dazu keine Veranlassung. Solche Taten einzelner könnten nie 100-prozentig ausgeschlossen werden, hieß es.