Warschau - Die polnische Finanzaufsicht hat mit der Kontrolle des nationalen Fußballverbandes PZPN begonnen. Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz hatte die Untersuchung nach einer Serie von Skandalen und Korruptionsaffären im polnischen Profi- Fußball angeordnet.
21 Personen, darunter auch Schiedsrichter, Spieler und Verbandsmitglieder, droht ein Prozess wegen Korruption und illegaler Spielabsprachen. Zuvor waren in Wroclaw vier Personen, darunter zwei Schiedsrichter, wegen Spielmanipulationen verhaftet worden.
Finanz-, Sport- und Justizministerium werden die Steuern und Finanzen des Verbandes unter die Lupe nehmen. Drei Prüfer der Finanzaufsicht, deren Identität geheim gehalten wurde, starteten ihre Untersuchungen im PZPN-Hauptquartier in Warschau. Die Prüfung soll drei bis vier Monate dauern. Wir sehen der Untersuchung gelassen entgegen. Wir haben nichts zu verbergen. Unsere Finanzen sind geordnet, sagte PZPN-Sprecher Michal Kocierba.
Diese Untersuchung ist sehr wichtig für den polnischen Sport, sagte Marcinkiewicz und forderte, dass der PZPN sein jährliches Budget veröffentlicht, umso mehr Transparenz in den Verband zu bringen.
Die polnische Staatsanwaltschaft ermittelt seit dem vergangenen Jahr gegen mehrere Schiedsrichter und Spieler wegen illegaler Spielabsprachen. Von 2000 bis 2006 sollen Spiele der ersten und zweiten Liga manipuliert worden sein. Nicht zuletzt der Misserfolg bei der WM hatte Forderungen nach einem gründlichen Aufräumen im nationalen Verband neuen Aufwind gegeben.
Am 14. Juli soll nach Aussage von Verbandspräsident Michal Listkiewicz auch über die Zukunft der polnischen Nationalmannschaft entschieden werden. Als Nachfolger des zurückgetretenen Pawel Janas ist neben dem Niederländer Leo Beenhakker, der bei WM den Außenseiter Trinidad und Tobago betreut hatte, auch der frühere Nationalspieler Jan Urban im Gespräch.
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