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Maradona taktiert: Nicht nein sagen | 2006-07-03


Buenos Aires - In der Diskussion um den Trainerposten der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft taktiert Diego Armando Maradona und will sich nicht festlegen.

Es sei nicht so, dass er nein sage. Es sei aber auch nicht so, der er seinen Namen nennen würde, sagte der 45-Jährige in einem Interview mit dem argentinischen Sender TyC. Ich weiß, wie Trainer leiden und ich bin keiner, der darauf wartet, dass einer fliegt, meinte Maradona.

Obwohl er vor der WM bereits von seinem großen Traum gesprochen hatte, als Coach des zweimaligen Weltmeisters zu arbeiten, machte er sich nun sogar für den zurückgetretenen José Pekerman stark und forderte Respekt vor dessen Arbeit. Diese WM war besser als die vergangene, und (Marcelo) Bielsa hat auch eine zweite Chance bekommen, sagte Maradona. Die Pekerman-Schützlinge hätten mehr gezeigt als die Teams, die im Halbfinale seien: Argentinien war auch besser als Deutschland.

Einen Rücktritt vom Rücktritt schloss Pekerman nach seiner Ankunft in Ezeiza bei Buenos Aires aus. Wir haben nicht die sieben WM-Spiele gemacht, die wir wollten, daher war es ein Versagen, gab sich der 56-Jährige, der mit einigen Spielern zusammen von 5000 Fans dennoch begeistert empfangen wurde, auch über 50 Stunden nach seinem Rückzug noch immer tief deprimiert. Er bleibe dabei, dass das Kapitel abgeschlossen sei, sagte Pekerman dort, wo das Unternehmen WM vor über sechs Wochen begonnen hatte. Es ist nicht einfach, wieder zur Normalität zurückzukehren, sagte Pekerman.

Während Maradona sich demonstrativ zurückhielt, erklärte sich sein ehemaliger Trainer Carlos Bilardo bereit, das Amt wieder zu übernehmen, das er schon bei der WM 1986 und der WM 1990 inne hatte. Es würde mir gefallen zurückzukehren, sagte der 68-Jährige dem argentinischen Fachmagazin Olé. Bilardo schloss auch eine Zusammenarbeit mit Maradona (Wir sind Freunde) im argentinischen Verband AFA nicht aus.

Maradona sieht derweil keine Eile geboten. Alle leiden noch am Aus der Argentinier. Uns haben zehn Minuten zum Ruhm gefehlt, sagte der 45-Jährige, der das entscheidende Match wegen eines nicht ins Stadion gelassenen Freund auf seinem Hotelzimmer geschaut hatte. Bedauern äußerte Maradona darüber, dass sein designierter Nachfolger, Lionel Messi, auch in dieser Partie nicht zum Einsatz kam und insgesamt bei dieser WM nur 122 Minuten spielte: Er ist ein völlig außergewöhnlicher Spieler.

Messi selbst machte sich für Pekerman stark. Klar, ich wünsche mir, dass er weitermacht. Wie alle. Er weiß sehr gut, wie er die Mannschaft zu führen hat, sagte der Jungstar. Doch auch für Messi ist die Trauer über das vorzeitige Aus viel zu groß, um sich derzeit Gedanken über die Zukunft und die WM 2010 in Südafrika zu machen, die dann sein endgültiger Durchbruch zum Weltstar bedeuten könnte. Vielleicht sogar unter einem Trainer Maradona.


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