Berlin - Einer der Fußballklassiker schlechthin steht an, und Millionen wollen bei den dazu gehörigen WM-Partys mitjubeln: Zum Halbfinalspiel Deutschland gegen Italien wird ein Riesenansturm auf die Fanfeste zwischen Flensburg und Füssen erwartet.
Vor den bundesweit mindestens 200 Großbildleinwänden wird es mit Sicherheit voll, denn das Wetter soll sommerlich heiß werden, und außerdem läuft das Spiel nicht während der normalen Arbeitszeit.
Um fast eine halbe Million Fanfest-Plätze haben die Städte kurzfristig ihre Kapazitäten erhöht, um zu dem WM-Klassiker einen Kollaps zu verhindern. Am meisten legt die Berliner Fanmeile zu: Dort wird mit zwei zusätzlichen Videowänden Platz für dann insgesamt 900 000 Besucher geschaffen.
Der Spielort Dortmund sieht sich vor dem größten Ansturm seiner Geschichte. Der WM-Beauftragte Gerd Kolbe schätzte die Zahl der erwarteten Fans auf 150 000 bis 200 000. Die Stadt vergrößert entsprechend ihre Kapazitäten um mehr als 25 000 Plätze auf über 70 000. Dortmund verspricht, die beste Kulisse für den Einzug ins Finale zu sein: Dort blieb das deutsche Team in 14 Länderspielen unbesiegt, nur eine einzige Partie davon endete unentschieden. Die Fans hoffen auf ein Ende des Banns, dass Deutschland noch nie bei einer WM gegen Italien gewonnen hat.
In Gelsenkirchen und Bochum werden in den Stadien zehntausende Fans erwartet, Köln rechnet in der Innenstadt mit 300 000 Menschen. Bei dieser Wettervorhersage kommen wir locker auf diese Zahl, sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann. Nordrhein-Westfalen gilt zudem als deutsche Hochburg der bundesweit gut 500 000 Italiener: Besonders bei den vielen ehemaligen Gastarbeitern im Ruhrgebiet dürften viele Zuschauer für die Tifosi mitfiebern.
In Frankfurt wird erstmals zusätzlich zur Main-Arena das Stadion genutzt. Zu den geschätzten 80 000 bislang vorhandenen Plätzen mit Sicht am Main kommen so noch einmal 40 000 hinzu. In Leipzig öffnet das WM-Stadion zum Public Viewing. In München wird erstmals auf der Theresienwiese ein WM-Spiel übertragen. Eine Sprecherin der zentralen Münchner Fanmeile im Olympiapark sagte: Das wird sicherlich ein tolles Fest.
Die größte Fanparty Norddeutschlands steigt in Hamburg. Die bisherigen Übertragungen der Deutschland-Spiele auf dem Heiligengeistfeld sprengten jedes Mal den Rahmen. Bis zu 70 000 Besucher kamen in das Stadion, zuletzt mussten bereits anderthalb Stunden vor Anpfiff die Tore zu dem Areal geschlossen werden. Viele Fans suchen sich dann draußen einen Platz, um einen Blick auf die 80 Quadratmeter große Leinwand zu werfen. Auch Hannover rüstet sich für massenweise Fußballfans - bei dem WM-Krimi Deutschland gegen Argentinien waren es bereits 50 000.
Auch die Verkehrsunternehmen haben sich auf einen Riesenansturm vorbereitet: Die Bahn setzt zum Dortmund-Spiel rund 100 zusätzliche Züge vor allem im Regionalverkehr ein. Die Tipps des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin dürften für Fanfest-Besucher in ganz Deutschland gültig sein: viel Mineralwasser, wenig Alkohol, feste Schuhe statt Flip-Flops und nicht zu viel Sonne tanken.
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