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Tauziehen um Portugals Coach Scolari | 2006-07-04


Marienfeld - Die Zukunft von Luiz Felipe Scolari als portugiesischer Nationaltrainer ist noch nicht gesichert. Mit zunehmendem Erfolg steigt der Marktwert des Brasilianers, der vor vier Jahren mit seinem Heimatland den Titel gewann und noch nie ein WM-Spiel verloren hat.

Der Kontrakt des 57 Jahre alten Fußball-Lehrers endet am 31. Juli 2006. Meldungen portugiesischer Medien über eine Vertragsverlängerung bis zur EM 2008 bestätigte der Präsident des portugiesischen Fußballverbandes (FPF) nicht. Das ist eine Lüge. Das muss ich dementieren, sagte Gilberto Madail.

Gleichwohl hat der Verbandschef Scolari ein Angebot unterbreitet, dem der Trainer grundsätzlich nicht abgeneigt ist. Dennoch gefällt Portugals Coach in Zeiten des Erfolges das Werben um seine Person. Mein Vertrag endet am 31. Juli. Was danach kommt, weiß ich nicht. Ich bin für alles offen, hatte Scolari wiederholt gesagt und ein Angebot des englischen Verbandes bestätigt, als Nachfolger für Sven-Göran Eriksson zu arbeiten. Das ist eine große Ehre für mich, hatte der Coach gesagt. Aber eine Zusage während der WM sei aus seiner Sicht nicht möglich gewesen, solange er mit Portugal noch aussichtsreich im Turnier stehe.

Nach dem frühen WM-Aus Brasiliens wollen nun auch viele Experten aus Scolaris Heimatland den Weltmeister-Macher von 2002 zurück. Portugals Torhüter Ricardo plädierte daher dafür, dass der beste Trainer der Welt unbedingt gehalten werden müsse: Brasilien will Scolari zurückhaben. Wir müssen alles dafür tun, dass er bei uns bleibt.

Verband, Spieler und mittlerweile auch die meisten portugiesischen Fans wünschen sich, dass Scolari die seleccao bis zur nächsten Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz betreut. Wenn ich Abramowitsch wäre, hätten wir den Vertrag längst perfekt gemacht, sagte Präsident Madail. Damit wird klar, dass eine Fortsetzung der Arbeit mit dem Erfolgscoach eine Frage des Geldes ist. Scolari soll ohnehin schon zu den bestbezahlten Nationaltrainern zählen. Portugiesische Medien schätzen das Gehalt des Brasilianers auf etwa 1,8 bis 2 Millionen Euro.

Je erfolgreicher Portugal bei dieser WM abschneidet, desto schwerer dürfte Scolari ein Abschied aus seiner Wahlheimat fallen. Prominente Fürsprecher wie Portugals Fußball-Legende Eusebio und der erfolgreichste portugiesische Vereinstrainer, Jose Mourinho vom FC Chelsea, sprachen sich ebenfalls für einen Verbleib des Trainers aus. Es gibt nicht so viele Trainer, die solche Rekorde vorweisen und ein Team so motivieren können, dass es auf diesem Level spielt, lobte Mourinho seinen Kollegen.

Schließlich könnte Scolaris Ja-Wort auch Kapitän Luis Figo zum Weitermachen bewegen. Der 33 Jahre alte Rekordnationalspieler steht bei Inter Mailand noch ein Jahr unter Vertrag und präsentiert sich bei der WM in bestechender Form. Figo kann sich ohnehin keinen anderen Nationaltrainer vorstellen: Scolari ist der Beste, den wir je hatten.


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