Berlin - Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft galt während ihrer lahmen Vorrunde als Equipe von gestern. Nationaltrainer Raymond Domenech denkt noch weiter zurück und hat die Einführung von Zeitstrafen gefordert.
Die gab es in Deutschland einst versuchsweise im Amateurbereich, jedoch seit der Einführung der Gelb-roten Karte vor 15 Jahren nicht mehr. Schiedsrichter und Spieler sollten vor lauter Strafen nicht den Überblick verlieren.
Damals - wie übrigens auch heute, meinen Kritiker - wurden Gelbe Karten kleinlich verteilt, für ein heftigeres Foul mussten die Spieler zehn Minuten außerhalb des Feldes schmoren. Ihre Trainer waren eher der Meinung, zumindest die Muskulatur würde auf eine ungesunde Betriebstemperatur abkühlen. Akteure mit mehr Luft zum Reden als zum Laufen bekamen hingegen eine willkommene Pause.
In der Bundesliga und der 2. Liga blieb es stets bei Gelben und Roten Karten, die Gelb-Rote Karte mit der folgenden Sperre für ein Spiel hat sich allseits bewährt. Bei der WM ist nach zwei Mal Gelb einmal Pause, doch das findet Domenech nun ungerecht. Kein Wunder: Gleich zwölf Franzosen droht im Finale ein Platz auf der Bank.