Hamburg - Die Deutsche Presse-Agentur hat die Stärken und Schwächen der Spieler von Portugal und Frankreich in einem Überblick zusammengestellt.
Portugal:
1 Ricardo (Sporting Lissabon/30 Jahre/54 Länderspiele): Mit drei gehaltenen Elfmetern gegen England hat Ricardo Löwenherz einen WM- Rekord aufgestellt. Großer Rückhalt des Teams, hat bislang erst einen Gegentreffer im Turnier hinnehmen müssen.
13 Miguel (FC Valencia/26/33): Schneller, dynamischer Rechtsverteidiger mit Offensivdrang. Hat in der Vierer-Abwehrkette einen festen Platz und Chelsea-Verteidiger Paulo Ferreira verdrängt. Bisweilen mit Schwächen in der Defensive.
5 Fernando Meira (VfB Stuttgart/28/35): Einziger Bundesligaprofi im Team. Hat den Sprung in die Startelf geschafft, weil Innenverteidiger Jorge Andrade seit Monaten verletzt ist. Kam in allen Partien zum Einsatz, solide, kaum Offensivdrang.
16 Ricardo Carvalho (FC Chelsea/28/29): Der robuste Innenverteidiger hat nach dem Ausfall von Jorge Andrade die Rolle des Abwehrchefs übernommen. Fehlte bislang in keiner Partie und harmoniert mit Fernando Meira von Spiel zu Spiel besser.
14 Nuno Valente (FC Everton/31/27): Robuster Linksverteidiger mit guten Zweikampfwerten, der sich vor der WM mit verschiedenen Verletzungen geplagt hat. Interpretiert seine Position nicht so offensiv wie Miguel auf der anderen Seite.
6 Costinha (zuletzt Dynamo Moskau/31/47): Abräumer im defensiven Mittelfeld, der gemeinsam mit Maniche der offensiven Mittelfeldreihe den Rücken freihält. Kam fast ohne Spielpraxis zur WM und hat sich kontinuierlich gesteigert.
18 Maniche (FC Chelsea/28/36): Der Dauerläufer hat sich zu einem der auffälligsten Spieler im Team entwickelt und ist mit zwei Treffern bester Torschütze. Erzielte den 1:0-Siegtreffer gegen die Niederlande.
7 Luis Figo (Inter Mailand/33/125): Der Kapitän und Rekord- Nationalspieler hat zu alter Form gefunden und ist der uneingeschränkte Leader im Team. Glänzt als Vorbereiter und Förderer der jungen Spieler wie Cristiano Ronaldo.
20 Deco (FC Barcelona/28/37): Der gebürtige Brasilianer ist Denker, Lenker und Antreiber des portugiesischen Spiels, kam bislang aber wegen Sperren und Verletzung erst zwei Mal zum Einsatz. Erzielte gegen Iran ein Traumtor.
17 Cristiano Ronaldo (Manchester United/21/36): Portugals Jungstar erlebt ein Turnier mit Höhen und Tiefen. Verwandelte den entscheidenden Elfmeter gegen England, nach brutalem Foul von Boulahrouz seit dem Achtelfinale gehandicapt.
9 Pauleta (Paris St. Germain/33/86): Rekordtorjäger der seleccao mit 47 Treffern in 86 Länderspielen. Im laufenden Turnier allerdings erst einmal gegen Angola erfolgreich, leidet unter Ladehemmung. Profitiert von der Rückkehr Decos ins Team.
Frankreich:
Fabien Barthez (Olympique Marseille/35/85): Die Nominierung des ältesten französischen Spielers anstelle von Grégory Coupet als Nummer 1 war umstritten. Dem Weltmeister von 1998 unterliefen bisher keine gravierenden Fehler. Strahlt aber auch nicht unbedingt Sicherheit aus.
Willy Sagnol (Bayern München/29/43): Die Solidität in Person und einer der Wortführer in der Équipe tricolore. Konnte seine Offensivstärke auf der rechten Außenbahn mit seinen Maßflanken noch nicht so richtig ausspielen. Kann mehr, als er bisher zeigte.
Lilian Thuram (Juventus Turin/34/119): Löste in Deutschland Marcel Desailly als Rekord-Nationalspieler ab. Das Comeback des Intellektuellen bei den Blauen war dringend nötig. Mit seiner Routine und Zweikampfstärke eine Säule der Innenverteidigung.
William Gallas (FC Chelsea/28/45): Der starke Mann in der zentralen Abwehr. Spielt im Duett mit Thuram von Beginn des WM- Turniers an auf konstant hohem Niveau. Größter Garant für Frankreichs Defensivstärke.
Eric Abidal (Olympique Lyon/26/12): Der Nachfolger von Bixente Lizarazu hat das Duell um den Stammplatz auf der linken Deckungsseite gegen ManU-Verteidiger Mikael Silvestre gewonnen. Spielt bisher eine solide unauffällige WM.
Patrick Vieira (Juventus Turin/30/92): Der 1,92 Meter große Juve-Riese spielt im defensiven Mittelfeld eine bärenstarke WM und war bereits zwei Mal Mann des Matches. Für Trainer Raymond Domenech einer großen WM-Stars, der hinten aufräumt und vorne Druck macht: Zwei Tore, zwei Vorlagen.
Claude Makelele (FC Chelsea/33/48): Auch seine Rückkehr hat sich bezahlt gemacht. Die ideale Ergänzung zu Vieira im defensiven Mittelfeld. Besticht durch seine Routine und hohe Laufbereitschaft. Prototyp des mannschaftsdienlichen Spielers.
Franck Ribéry (Olympique Marseille/23/8): D i e französische Entdeckung bei der WM. Mit seiner dynamischen Spielweise sicherte sich der als Joker in die WM gestartete Mittelfeldspieler einen Stammplatz. Das belebende Element unter den Routiniers. Dribbelstark mit Zug zum Tor.
Zinédine Zidane (Real Madrid/34/106): Was ist noch zu sagen? Auf seiner Abschiedstournee widerlegt der 34-Jährige alle Zweifler an seinen nach wie vor außergewöhnlichen Fähigkeiten. Der unnachahmliche Künstler am Ball ist nach seinem Comeback wieder Herz und Kopf der Blauen. Ohne ihn wären sie nicht im Halbfinale.
Florent Malouda (Olympique Lyon/26/17): Einer der herausragenden Akteure in den Vorbereitungsspielen. Beim WM-Turnier wirkt der in Guyana gebürtige Linksfuß jedoch bisher gehemmt und zurückhaltend.
Thierry Henry (FC Arsenal/28/83): Auch er kann noch mehr, als er trotz seiner drei WM-Tore bisher zeigte. Das wortgewaltige Mitglied des Mannschaftsrates ist auch als einsame Spitze teamorientiert. Der pfeilschnelle Instinktfußballer kennt wie Zidane das Spiel.
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