Welches Top-Team spielt schon auf weltmeisterlichem Niveau, welcher Trainer muss noch an seinem Kader feilen? Im WM-Barometer sind die acht im Vorfeld der Endrunde in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli 2006) von den meisten Experten favorisierten Mannschaften mit ihrem aktuellen Leistungsstand dargestellt.
WM-Gastgeber Deutschland gehörte lange zu den großen Überraschungen des Turniers: Nach dem 4:2-Sieg im Elfmeter-Krimi gegen Argentinien wurde die Elf von Bundestrainer Jürgen Klinsmann sogar zum Titelfavoriten hochgelobt. Aber im Halbfinale stand mit Italien ein unüberwindbarer Gegner. Nach dem 0:2 in der Verlängerung verabschiedet sich die DFB-Auswahl von ihren Titelträumen.
Italien dagegen strotzt nun vor Selbstbewusstsein. Nach dem 3:0-Erfolg im Viertelfinale gegen die Ukraine konnte sich die Squadra Azzura nochmals steigern. In der Vorrunde wechselten bei Totti & Co. noch Licht und Schatten.
Das mit Superstars gespickte Ensemble von Titelverteidiger Brasilien erlebte im Viertelfinale den unvorstellbaren Schock: Aus gegen Frankreich! Der Topfavorit mit den brillanten Stars wie Ronaldinho, Ronaldo und Kaka konnte gegen die Altherren-Truppe um Zinedine Zidane nicht bestehen. Die Europäer siegten dank eines Treffers von Thierry Henry mit 1:0 (0:0). Der südamerikanische Zauberfußball lebte nur in der Werbung auf - die bereits totgesagten Franzosen feiern dagegen ihren zweiten Frühling und stehen nun nach dem 1:0-Halbfinalsieg gegen Portugal im Finale. Doch lediglich ein Elfmetertor von Zinedine Zidane machte den Unterschied aus. Das Spielniveau war nicht so hoch wie im ersten Halbfinale.
Für den zweiten Titelaspiranten aus Übersee, Argentinien, war nach dem Viertelfinale Schluss: Mit 2:4 unterlagen die Gauchos WM-Gastgeber Deutschland. Dabei hatte die Elf von Trainer Jose Pekerman zuvor fast ausschließlich schöne Spiele abgeliefert. Schon mit dem Auftaktsieg gegen das starke Team der Elfenbeinküste konnte die Albiceleste spielerisch überzeugen. Nach drei Spielen waren sie in der starken Gruppe C ungeschlagen Gruppenerster. Im Achtfinale gegen die starken Mexikaner brauchten die Gauchos allerdings die Verlängerung, um ins Viertelfinale gegen Deutschland einzuziehen.
Das englische Team von Trainer Sven-Göran Eriksson scheiterte im Viertelfinale gegen Portugal im Elfmeterschießen mit 1:3 (0:0). Knackpunkte waren die frühe Auswechslung von Kapitän David Beckham (52.) und die Rote Karte für Wayne Rooney wegen einer Tätlichkeit (62.).
Das Oranje-Team von Bondscoach Marco van Basten verabschiedete sich im Achtelfinale mit einer 0:1-Niederlage gegen Portugal von der WM in Deutschland. In der Vorrunde hatten die Holländer in der Todesgruppe-E hinter den Argentiniern den zweiten Platz belegt.
(Stand Juli 2006)
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