Dortmund - In ganz Deutschland ist die Enttäuschung nach der 0:2-Niederlage im WM-Halbfinale gegen Italien groß. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert Reaktionen von Beteiligten und Beobachtern.
Bundestrainer Jürgen Klinsmann: Wenn man ein Spiel nach 120 Minuten verliert, ist das natürlich hart. Ich möchte meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Das Land kann stolz sein auf diese Mannschaft.
Marcello Lippi (Trainer Italien): Jetzt genießen wir den Augenblick. Das ist eine fantastische, einzigartige Sache. Die Mannschaft hat den Enthusiasmus einer ganzen Nation wiederbelebt.
FIFA-Präsident Joseph Blatter: Der Glücksfaden ist heute gerissen. Ich kann die Enttäuschung verstehen bei der deutschen Mannschaft. Aber das ist eben Fußball. Ich gratuliere der deutschen Elf dazu, was sie bisher geleistet hat.
Joachim Löw: Wir sind natürlich alle zutiefst enttäuscht. Alle Spieler haben alles gegeben, aber die Italiener waren wirklich stark. Man muss ihnen gratulieren, aber auch wir können erhobenen Hauptes vom Feld gehen.
WM-OK-Chef Franz Beckenbauer: Man kann nicht sagen, dass die Italiener zwei Tore besser waren. Unsere Mannschaft hätte genauso den Sieg verdient gehabt. Es ist schade. Es war eins der besten Spiele, die ich in der letzten Zeit gesehen habe.
Angela Merkel (Bundeskanzlerin): Schade. Es war ein super Spiel. Leider hat es nicht ganz gereicht, aber diese Mannschaft kann noch viel schaffen.
Miroslav Klose: Das Spiel war ausgeglichen, beide Seiten hatten Torchancen, um es zu entscheiden. Kompliment an die Italiener, die uns kurz vor Schluss ausgekontert und schöne Tore erzielt haben. Wir können aber auf unsere Mannschaft stolz sein.
Philipp Lahm: Wenn man so kurz vor dem Ende verliert, ist das ganz bitter. Es ist schwer, jetzt eine Erklärung dafür zu finden. Wir sind alle sehr enttäuscht.
Lukas Podolski: Man ist enttäuscht und kann es gar nicht fassen. Aber so ist Fußball. Uns haben nur zwei Minuten zum Elfmeterschießen gefehlt.
Oliver Neuville: Das ist ganz bitter. Wir haben bis zum Schluss gekämpft und hatten gute Möglichkeiten. Die Italiener haben auf Konter gespielt, die waren müde. Eine Minute vor Ende das Tor zu kassieren, ist sehr bitter.
Gianluigi Buffon: Wir schauen jetzt das zweite Halbfinale zwischen Portugal und Frankreich - und hoffen, dass sie sich gegenseitig müde machen.
Andrea Pirlo: Mein Kindheitstraum ist wahr geworden. Ich hoffe, wir holen jetzt den Titel. Wir hatten mehr Chancen, wir haben verdient gewonnen.
Luca Toni: Jetzt wollen wir den Cup holen. Wir dürfen die Konzentration nicht verlieren. Vor dem Halbfinale haben wir eine große Anspannung verspürt wegen des Prozesses in Italien. Wir hoffen, dass unsere Clubs sauber herauskommen.
Oliver Bierhoff (Nationalmannschafts-Manager): Wir sind wahnsinnig stolz auf die Mannschaft. Ich glaube, ganz Deutschland ist stolz, was die Mannschaft hier erreicht hat und wie sie aufgetreten ist. Aber das hilft einem natürlich wenig, wenn man so kurz vor dem Ziel aufgehalten wird.
Matthias Sammer (DFB-Sportdirektor): Die Italiener waren einen Millimeter besser und haben die Schwankungen, die sie in den vorherigen Spielen hatten, nicht gezeigt. Die deutsche Mannschaft kann jedoch stolz darauf sein, was sie uns gegeben hat.
Pelé: So ist der Fußball nun mal. Die Italiener waren heute einfach etwas besser. Deutschland hat man angemerkt, dass die Mannschaft zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen eine Verlängerung spielen musste.
Thomas Berthold (Weltmeister von 1990): Im Endeffekt war Italien ein Tor besser. Die sind etwas abgebrühter als unsere Spieler.
Karl-Heinz Förster (Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982/86): Ich bin enttäuscht. Wir waren knapp vor dem Finale. Unsere Mannschaft hat aber nicht enttäuscht und ein gutes Turnier gespielt.
Silvia Neid (Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft): Es ist einfach traurig, dass wir nicht im Finale stehen. Auf Grund der Verlängerung mit Pfosten- und Lattenschuss war der Sieg der Italiener aber verdient. Jürgen kann trotzdem stolz sein auf die Mannschaft.
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