Berlin - Jubel in Italien, Trauer in Frankreich. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert Reaktionen rund um das WM-Finale Italien gegen Frankreich.
Giorgio Napolitano (italienischer Staatspräsident): Wir haben den Fußball gesehen, den wir uns immer zu sehen wünschen. Ich bin vor Freude in mich hinein gesprungen.
Jacques Chirac (französischer Staatspräsident): Die Mannschaft war bis hierher bewundernswert, die Niederlage war nur ein Zufall. Die Spieler können stolz auf das sein, was sie geleistet haben. Ich weiß nicht, was vor dem Platzverweis passiert ist. Aber ich möchte zu Zidane sagen, dass ich große Achtung vor diesem Mann habe. Zidane hat die Werte dieses Sports verkörpert und Frankreich Ehre erwiesen.
Raymond Domenech (Trainer Frankreich): Wir sind alles andere als glücklich. Wir haben das Spiel nicht verloren, denn ein Elfmeterschießen ist wie ein Unentschieden. Zinedine Zidane wird dem Fußball fehlen, und heute hat er uns in den letzten Minuten gefehlt.
Fabio Cannavaro (Italien): Wir haben uns den Pokal mühsam erkämpft. Es ist wunderschön. Deutschland hat bei uns den Pokal gewonnen, wir jetzt hier in Deutschland. Das erfüllt uns mit totalem Enthusiasmus, mit Euphorie, wir sind unheimlich glücklich.
Gennaro Gattuso (Italien): Es war ein unvergesslicher Abend, ich werde diese Momente nie im Leben vergessen. Erst in den nächsten Tagen werden wir das richtig genießen. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Es war eine tolle WM. Riesen-Kompliment an Deutschland für eine großartige Organisation.
Ottmar Hitzfeld (Trainer): Es war kein großes, aber ein spannendes Finale. Spektakuläre Strafraumszenen sind ausgeblieben. Aber beide Teams haben sich im Turnierverlauf gesteigert.
Stefan Effenberg (Ex-Nationalspieler): Italien ist ein würdiger Weltmeister. Sie haben alle Probleme im Zusammenhang mit dem Skandal zur Seite geschoben.
Lothar Matthäus (Ex-Nationalspieler): Erst in den nächsten Tagen werden die Spieler begreifen, was sie für das Fußball-Land Italien geleistet haben.
Raymond Domenech (Trainer Frankreich): Wir sind alles andere als glücklich. Wir haben das Spiel nicht verloren, denn ein Elfmeterschießen ist wie ein Unentschieden. Zinedine Zidane wird dem Fußball fehlen, und heute hat er uns in den letzten Minuten gefehlt.
Alou Diarra (Frankreich): Es ist hart, das Final nicht zu gewinnen. Und es ist schade, nicht mit der Trophäe nach Frankreich zurückzukehren. Vielleicht hat uns nach der frühen Führung etwas Kaltblütigkeit gefehlt. Aber bei dieser WM ist eine neue Gruppe geboren.
Walter Veltroni (Bürgermeister von Rom): Ein wunderbarer Sieg. Alle Spieler haben eine außerordentliche WM unter einem großen Trainer gespielt. Ganz Italien umarmt die Azzurri, und Rom wird sie am Montag im Zirkus Maximus zu einem unvergesslichen Fest empfangen.
Franz Beckenbauer: Das darf Zidane nicht passieren. Er hat natürlich seine Mannschaft geschwächt. Wir wissen, wie sensibel die Franzosen sind, wenn sie ihren Kapitän nicht mehr sehen. Er ist eigentlich ein recht zurückhaltender und harmloser Mensch. Irgendetwas muss ihm der Materazzi gesagt haben.
Fabio Grosso: Es ist eine unheimlich enthusiastische Situation, unglaublich. Die letzten Meter vor dem letzten Elfmeter waren schwierig, aber wir haben es geschafft.
Marcello Lippi (Trainer Italien): So eine große Freude habe ich noch nie gespürt. Das ist das Größte, was ein Sportler erleben kann. wir sind alle überglücklich.
Gianluigi Buffon (Italien): Wir haben gewiss Glück im Elfmeterschießen gehabt. Für mich ging ein Jugendtraum in Erfüllung. Wir gewannen aber dank unserer guten Gemeinschaft. Das war wichtiger als die Talente einiger Individualisten.
Jean-Pierre Escalettes (Präsident Französischer Fußball-Verband): Wir haben ein großes Spiel gesehen, mit einer guten französischen Mannschaft. Ich weiß nicht, was mit Zidane passiert ist. Ich respektiere ihn, aber ich kann den Platzverweis nicht entschuldigen.
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