Sport News :: Fussball News

SPORT NEWS:

SPORTWETTEN:

POKER

ARCHIV:

LINK EXCHANGE:

Kampf um Klinsmann eröffnet | 2006-07-05


Berlin - In der bittersten Stunde als Bundestrainer zeigte Jürgen Klinsmann Größe - und schob zugleich jede Debatte um seine eigene Zukunft rigoros zur Seite. Es ist absolut unwichtig, was mit meiner Person passiert, antwortete er auf die Frage der Nation: Bleibt er oder geht er?

Stattdessen kümmerte sich der Chef, selbst nach dem Last-Minute-Schock im WM-Halbfinale sichtbar um Fassung ringend, um seine am Boden zerstörten Spieler und gratulierte Italien fair zum Finale. Ihr könnt stolz sein auf das, was ihr hier erreicht habt. Ihr habt ein fantastisches Turnier gespielt, sagte Klinsmann noch in der Kabine zu seinem Personal, das ihm nach sieben gemeinsamen WM-Wochen auch ans Herz gewachsen ist.

Das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt, dass Spieler heranwachsen, die ungeheures Potenzial haben, um im Weltfußball auf sich aufmerksam zu machen, wies der 41-Jährige trotz des WM-Aus auf ein positives Ergebnis seines Erneuerungs-Kurses hin. Selbst Skeptiker innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mussten inzwischen ihre Meinung über Kurs und Methoden des Wahl-Amerikaners korrigieren. Auch innerhalb des DFB gibt es keinen mehr, der an der Arbeit von Jürgen Klinsmann zweifelt, sagte Manager Oliver Bierhoff, der ein Umdenken gerade in der Riege der Vize-Präsidenten ausgemacht haben will. Diese hatten insbesondere auf die großen finanziellen Aufwendungen für das Projekt Klinsmann verwiesen und gewarnt.

Nach der Begeisterungswelle im ganzen Land, die Klinsmann mit seinem mutigen, schnellen und frischen Stil ausgelöst hat, liegen alle Argumente auf der Seite des Bundestrainers. Der Kampf um eine weitere Zusammenarbeit mit ihm hat sofort nach dem 0:2 gegen Italien begonnen. Es wäre jammerschade, wenn er aufhören würde. Er hat diese Mannschaft geprägt, die Spieler vertrauen ihm, erklärte WM-Chef Franz Beckenbauer, der noch kurz vor dem Turnier ein großer Skeptiker des Klinsmann-Kurses war. Wir wünschen uns, dass wir frühzeitig eine Antwort bekommen, erklärte Bierhoff. Er hat den Mut und die Standhaftigkeit, die Dinge fortzuführen. Deshalb lebt das ganze Projekt mit Klinsmann noch mehr, warb der einstige Angriffspartner um Klinsmanns Dienste über den Vertragsablauf am 31. Juli hinaus. Unter Druck setzen aber will er Klinsmann nicht: Ich werde kein Datum nennen, betonte Bierhoff.

Klinsmann ringt noch mit sich selbst und wird erst nach dem Spiel um Platz drei wirklich intensiv über seine Planung nachdenken - und das in Europa. Mit seiner Frau Debbie und den beiden Kindern wird er ein Urlaubsquartier beziehen, wahrscheinlich in Italien. Ich werde die WM erst einmal ein paar Tage sacken lassen, alles mit meiner Familie besprechen. Es ist viel passiert in den letzten zwei Jahren, da muss man erst einmal durchschnaufen. Ich habe zwei Jahre lang die volle Energie reingelegt und an nichts anderes gedacht als den Finaleinzug, sagte Klinsmann. Die DFB-Chefs Theo Zwanziger und Gerhard Mayer-Vorfelder hat er darum gebeten, mir ein paar Momente Zeit zu geben.

In seine Entscheidung wird Klinsmann alle möglichen Punkte einbeziehen, die Stimmung in der Mannschaft könnte ihn besonders beeinflussen. Die Spieler machten sich bereits in ihren ersten Aussagen nach der Italien-Partie für eine Zukunft mit Klinsmann stark. Ich bin der festen Überzeugung, dass er weitermacht, sagte der Münchner Philipp Lahm. Ich hoffe, dass er weitermacht, erklärte der Dortmunder Christoph Metzelder, für den die Fortsetzung der neuen Philosophie alternativlos ist. Und Bremens Tim Borowski meinte sogar: Für mich wäre es schon eine Enttäuschung, wenn er nicht mit uns weitermachen würde.

Dass Klinsmann die Stimmung und alle Stimmen aus dem DFB registrieren wird, ist nicht nur dem scheidenden Präsidenten Mayer-Vorfelder klar. Der hatte den 108-maligen Nationalspieler im Sommer 2004 mit einer Carte blanche zum Bundestrainer gemacht, was im Verband neben dem kompromisslosen Kurs des Neu-Trainers heftige Reaktionen auslöste. Jetzt appellierte Mayer-Vorfelder inständig an seine Präsidiums-Kollegen, Klinsmann keine Prügel zwischen die Beine zu werfen. Selbst Joseph Blatter, Chef des Weltverbandes FIFA, würde sich über die weitere Arbeit des Reformers Klinsmann freuen: Ich kann nur sagen: Hut ab für ihn und sein technisches Team. Das Feuer, das da gekommen ist, wir greifen an und zack, zack fallen Tore.


Extra Fußball-Champions League
Wörns vor Comeback beim BVB
Schalker Profis subventionieren Fan-Reise nach Sofia
Bayern verliert Deco-Poker
Die TV-Zeiten der WM-Spiele
Statistik der 1. Bundesliga - 12. Spieltag
Zukunft von 96-Trainer Lienen ungewiss
Hitzfeld warnt vor Freiburg - Mit Deisler in der Startelf
Hattrick von de Witt beim 4:1 von Bayer gegen Köln
Eintracht Frankfurt verpflichtet Siegens Heller

1205 | 1961 | 1271 | 1013 | 1023 | 13033 | 13017 | 13008 | 13346 | 13184 |