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Weibliche Fans sorgen für friedliche WM-Spiele | 2006-07-05


Erfurt - Die große Zahl weiblicher Fans ist nach Ansicht des Erfurter Sportsoziologen Michael Klein ein Grund für die bislang friedlich verlaufene Fußballweltmeisterschaft.

Mädchen sind für Fangruppen schon immer ein Puffer gegen Gewalt, sagte Klein in einem dpa-Gespräch. Hinzu komme, dass die WM einen neuen Zuschauerstil geprägt habe. Gesucht wird die Show, die gepflegte Atmosphäre und die Selbstinszenierung. Damit wird das Feld auch für Frauen interessant.

In den Fanmeilen stellten die Frauen fast die Hälfte der Zuschauer. Das hat selbstredend Auswirkungen auf die Stimmung, sagte Klein. Der mäßigende weibliche Einfluss sei spätestens seit der gemeinsamen Erziehung von Jungen und Mädchen in der Schule bekannt. Das hat damals zu einem enormen Rückgang von Gewalt und Vandalismus in den Einrichtungen geführt.

Das verstärkte Interesse der Frauen an Fußball habe auch den Sport selbst verändert. Die Männer achten mehr auf das kämpferische Verhalten ihrer Stars, die Frauen mehr auf das schöne Spiel und die Inszenierung. Viele Profis mit ihren Werbepartnern hätten diesen Markt bereits erkannt und entsprechend reagiert, sagte der Soziologe mit Blick etwa auf den Engländer David Beckham. Die Frauen lassen sich nicht mehr aus dem Fußballsport herausdrängen - weder als aktive Spielerinnen noch als Zuschauerinnen, meinte Klein.


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