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Griechische Clubs rufen Politik zum Handeln auf | 2006-07-05


Athen - Der Ausschluss des griechischen Fußball-Verbandes (HFF) von allen internationalen Veranstaltungen wird möglicherweise bereits wieder aufgehoben.

Wie der griechische Rundfunk berichtete, will der für Sport zuständige Vizeminister Giorgos Orfanos dem Welt-Fußballverband FIFA in einem Brief mitteilen, dass er alle notwendigen Änderungen in einem neuen griechischen Sportgesetz durchgeführt hat. Sie sollen die geforderte Unabhängigkeit des griechischen Fußball-Verbandes garantieren. FIFA- Präsident Joseph Blatter hatte bereits am Dienstag signalisiert, dass die FIFA den Bann dann aufheben könnte. In diesem Fall könnte der von Otto Rehhagel trainierte Europameister doch an der Qualifikation für die EM 2008 teilnehmen.

Wie die Änderungen genau aussehen, sagte Orfanos zunächst nicht. Wir haben Kontakt mit der FIFA aufgenommen. Wir werden das Problem am Donnerstag lösen, versicherte er. Die Änderungen will er am selben Tag dem zuständigen Parlamentsausschuss präsentieren. Sie betreffen hauptsächlich das System, mit dem der Vorstand des griechischen Fußballverbandes gewählt wird sowie unter welchen Voraussetzungen staatliche Zuschüsse an die Vereine fließen.

Im griechischen Parlament geht eine dreitägige Debatte über das umstrittene neue Sportgesetz weiter, das nach Ansicht der FIFA bislang unerlaubte Interventionen der Regierung in Athen in die inneren Angelegenheiten des griechischen Fußball-Verbandes ermöglicht. Das Gesetz soll am kommenden Dienstag vom Parlament verabschiedet werden. Unklar war am Mittwochabend, welche Haltung der griechische Fußball-Verband dazu einnehmen wird. Präsident Giorgos Gagatsis hatte das Gesetz bereits als Missgeburt bezeichnet und betonte: So wie es heute noch ist, löst es das Problem nicht.

Das erwartete Einlenken von Orfanos kommt nur Stunden, nachdem die griechischen Spitzenclubs Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus die politische Führung des Landes und den nationalen Fußball-Verband zur Lösung des Streits mit der FIFA aufriefen. Löst das Problem mit der FIFA jetzt - hier und jetzt, forderte der Besitzer von Panathinaikos, Ioannis Vardinogiannis, im griechischen Fernsehen von Regierung und HFF-Vorstand.

Die zwei größten Vereine des Landes kündigten ansonsten rechtliche Schritte gegen alle Verantwortlichen an. Sollte die Suspendierung der griechischen Clubs von internationalen Wettbewerben wie Champions League und UEFA-Cup aufrechterhalten werden, droht ihnen nach Presseschätzungen ein Verlust von rund 26 Millionen Euro.


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