München - Als es drauf ankam, war Zinedine Zidane wieder einmal zur Stelle. Der Mann mit den goldenen Schuhen und dem glänzenden Ballgefühl sorgte wie schon vor sechs Jahren beim EM-Halbfinale gegen Portugal erneut per Strafstoß für die Entscheidung gegen die Iberer.
Dem stramm geschossenen Foulelfmeter hatte auch Elfmeterkiller Ricardo nichts entgegen zu setzen: Der Ball schlug halbhoch und unhaltbar in der 33. Minute in der Münchner WM-Arena in die Maschen ein.
Rückblende: 28. Juni 2000 in Brüssel. Drei Minuten vor dem Ende der Verlängerung verwandelt Zizou einen umstrittenen Handelfmeter verursacht von Abel Xavier. Die Nerven gingen nach dem Golden Goal mit den Portugiesen durch, Nuno Gomes flog vom Platz, es kam zu Tumulten und mehrmonatigen Strafen.
Sechs Jahre später: Nach einer Attacke von Ricardo Carvalho an Thierry Henry entscheidet Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay auf Strafstoß. Zidane, über den trotz Sonderbewachung durch Costinha alle Angriffe der Grande Nation laufen, legt sich den Ball zurecht und bereitet mit seinem 30. Länderspieltor eiskalt den Weg zum zweiten Einzug der Franzosen in ein WM-Endspiel.
Die Partie in Berlin gegen Italien wird auch Zizous ganz persönliches Finale sein. Denn danach wird der dreimalige Weltfußballer endgültig Adieu sagen. Seinen Vertrag bei Real Madrid hat er bereits vorzeitig aufgekündigt. Und auch nach seinem Rücktritt vom Rücktritt in der Nationalmannschaft soll nun Schluss sein, nachdem Zidane vor zwölf Jahren seine erste Partie im Dress der Blauen absolviert hatte.
Schon damals hatte er beim 2:2 am 17. August 1994 gegen Tschechien einen bleibenden Eindruck hinterlassen und beide Tore erzielt. Was folgte, war eine grandiose Fußballer-Karriere mit dem WM-Titel 1998 im eigenen Land und seinem Kopfball-Doppelpack beim 3:0-Finalsieg über Brasilien. Genau das möchte Zidane nun gegen Italien wiederholen, ehe es für immer heißt: Adieu Zizou.
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