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Domenech: Jeder hat Außergewöhnliches geleistet | 2006-07-06


München - Frankreich trifft nach dem Sieg gegen Portugal im WM-Finale auf Italien. Die Deutsche Presse Agentur hat sich mit Trainer Raymond Domenech über den großen Erfolg der Équipe tricolore unterhalten.

dpa: Frankreich steht nach 1998 zum zweiten Mal in einem WM-Finale. Was zeichnet die Équipe tricolore 2006 aus?

Domenech: Wir haben die wahrhafte Fähigkeit zu leiden, durch schwere Phasen zu gehen, bis zum Ende durchzuhalten. Jeder ist bereit, sich aufzuopfern. Die französische Mannschaft hat Leidensfähigkeit bewiesen, Biss, Solidarität und Durchhaltevermögen.

dpa: Das musste sie auch gegen Portugal. War dieser Sieg schwerer als gegen Brasilien in der Runde zuvor?

Domenech: Wir sind sehr stolz. Es war ein schwieriges Match. Bravo Portugal, kann ich nur sagen. Ich ziehe den Hut vor dem Team, das uns das Leben schwer gemacht hat, aber es musste ja einen Sieger geben. Es war härter als gegen Brasilien. Aber wir haben uns als Team präsentiert. Was jeder Einzelne geleistet hat, war außergewöhnlich.

dpa: Nun geht es am Sonntag in der Neuauflage des EM-Finales von 2000 gegen Italien. Wie schätzen Sie Ihren Gegner ein?

Domenech: Italien hat gegen Deutschland eine außergewöhnliche Leistung gezeigt, mit Stil - und verdient gewonnen. Ich habe immer gesagt, der 9. Juli ist unser Ziel. Und nun ist unser wirkliches Ziel der 9. Juli, 22.00 Uhr, oder je nachdem, wie lange das Spiel dauert.

dpa: Wird es ein noch außergewöhnlicheres Spiel, weil es Zinedine Zidanes letzter Auftritt nach 12 Jahren in der Equipe sein wird?

Domenech: Es wird sein letztes Spiel sein, ja. Bisher dachten wir nur daran, nun ist es soweit. Aber Zidane spielt von Beginn an diese WM, nicht seine letzten Spiele - das hat er immer im Kopf. Es gibt noch andere, für die es das letzte Match sein wird. Für uns ist es nicht Zidanes letztes Spiel, sondern das Endspiel, noch dazu gegen Italien. Im Gegensatz zu dem, was gesagt und geschrieben wurde, geht es nicht um ein Abschiedsspiel, sondern um die Weltmeisterschaft.

dpa: Was hat der französische Fußball Zidane zu verdanken?

Domenech: Er ist Weltmeister, er ist Europameister. Er ist einer, der etwas Konstantes in die Mannschaft gebracht hat. Zidane hat uns zehn Jahre lang verzaubert.

dpa: Sie haben nach dem Motto Never change a winning team gegen Portugal keine Umstellungen im Vergleich zum Brasilien-Match vorgenommen. Wird das auch im Finale so bleiben, besonders im Sturm?

Domenech: Was meine Aufstellung im Sturm angeht, so gibt es neben David Trezeguet noch elf andere Spieler, die auch da sind. Das gerade ist die Stärke unseres Teams. Die zwölf, die heute nicht gespielt haben, unterstützen die anderen und halten den Druck auf sie hoch.


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