Rom - Der italienische Rekordmeister Juventus Turin würde im Prozess um den Fußball-Skandal einen Zwangsabstieg in die zweite Liga (Serie B) hinnehmen.
Eine Strafe wie für die anderen angeklagten Vereine, also der Zwangsabstieg in die Serie B, wäre für uns zu akzeptieren, sagte Juve-Anwalt Cesare Zaccone vor dem Sportgericht in Rom. Wie italienische Zeitungen weiter berichteten, wäre Juventus zudem mit Strafpunkten für die neue Saison einverstanden.
Entgegen ursprünglichen Planungen werde das Gericht sein Urteil vermutlich nicht mehr vor dem WM-Endspiel Italien-Frankreich am 9. Juli sprechen, hieß es. Mehrere Spieler der Squadra Azzurra gehören dem Rekordmeister aus Turin an. Das sind Torwart Gianluigi Buffon, Gianluca Zambrotta, Fabio Cannavaro und Mauro Camoranesi. Juventus Turin hat in seiner über 100-jährigen Vereinsgeschichte bislang immer in der obersten Liga gespielt.
Dagegen hatte die Anklage in dem Verfahren für Juventus den Zwangsabstieg in die dritte Liga (Serie C) oder eine noch tiefere Liga gefordert. Die mitangeklagten Top-Vereine AC Mailand, Lazio Rom und AC Florenz sollten mit der Rückversetzung in die zweite Liga (Serie B) bestraft werden. Außerdem forderte Chef-Ankläger Stefano Palazzi in dem Prozess um den größten Manipulations-Skandal der italienischen Fußball-Geschichte, dass Juve die beiden letzten Meistertitel aberkannt werden.
Zaccone verwies auch auf die drohende finanzielle Katastrophe für Juve und seine Spieler: Der Wert der Spieler, der auf 150 Millionen Euro geschätzt wird, würde um 80 Prozent sinken. Und es gäbe Verluste bei den TV-Rechten, die bis zu 79 Prozent der Juve-Einnahmen ausmachen.
Zum vermeintlichen Drahtzieher des Skandals und Hauptbeschuldigten, Ex-Juventus-Manager Luciano Moggi, meinte der Anwalt: Er habe keine juristischen Vollmachten gehabt, der Verein trage daher juristisch keine Verantwortung.
Der Chef-Ankläger Palazzi hatte zuvor in dem Prozess des Fußball-Verbandes (FIGC) von einem heimtückischen und raffinierten System zur Spiel-Manipulation gesprochen. Italienische Medien sprechen von mafiösen Strukturen. Auch die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt.
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