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Neue Aufgaben für vier Männer vom WM-OK | 2006-07-06


Berlin - Mit dem Abpfiff des WM-Finals geht für die vier Top-Leute des deutschen Organisationskomitees (OK) eine aufregende wie aufreibende Zeit zu Ende.

Es ist Wehmut und etwas Traurigkeit dabei, doch den Erfolg kann uns keiner mehr nehmen, sagte OK-Vizepräsident Theo Zwanziger, der viele Jahre mit der WM- Galionsfigur Franz Beckenbauer, dem administrativen Genius Horst R. Schmidt und Wolfgang Niersbach am Jahrhundert-Sportprojekt gearbeitet hat. Nach der WM beginnt für das OK-Promi-Quartett wie für die insgesamt 279 anderen fest angestellten WM-Organisatoren ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Aufgaben.

OK-Präsident Beckenbauer hält sich selbst mit Plänen für die Zukunft noch zurück, wird aber schon verplant. Wir wollen, dass der Franz UEFA-Präsident wird, erklärte Zwanziger. Voraussetzung ist, dass der aktuelle Chef der Europäischen Fußball-Union, Lennart Johansson, sich entscheidet, ob er weiter macht oder nicht. Dies wissen wir in den nächsten vier bis sechs Wochen, so Zwanziger. Sollte der Schwede auf dem UEFA-Kongress im Januar 2007 zur Wiederwahl antreten, verzichtet Beckenbauer auf eine Kandidatur.

Dann will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Weg für Beckenbauer in das Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA ebnen. Er wird unser Außenminister und Garant für unsere Interessen, sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident. Sein Mit-Präsident Gerhard Mayer- Vorfelder scheidet im kommenden Jahr aus der FIFA-Regierung aus.

Das Kapitel Doppelspitze mit Mayer-Vorfelder wird für Zwanziger, im OK für Finanzen, Recht und Personal verantwortlich, am 8. September auf dem Außerordentlichen Bundestag des DFB in Frankfurt/Main enden. Dann wird er allein an der Spitze stehen. Ich werde kandidieren und bei einer erfolgreichen Wahl sofort aus dem OK zurücktreten, kündigte Zwanziger an, bei den für die WM-Macher nach dem Turnier noch anstehenden Aufräumarbeiten nicht mehr dabei zu sein.

Auch die Tage von Vizepräsident Wolfgang Niersbach, der für Marketing und Medien zuständig ist, im OK sind gezählt. Der 55- jährige Ex-Journalist wird nach der WM zunächst den Posten des ausscheidenden DFB-Direktors Bernd Pfaff übernehmen und eng mit der Nationalmannschaft zusammenarbeiten. Er soll zugleich langsam in die Rolle des DFB-Generalsekretärs hineinwachsen, sagte Zwanziger.

Noch-Generalsekretär Horst R. Schmidt wird nicht nur im Oktober 2007 in den Ruhestand gehen, sondern soll auch die Geschäfte des OK bis zum Schluss abwickeln. Er muss bis zum letzten Tag, wenn der Wirtschaftsprüfer alles gesichtet hat, bleiben, sagte Zwanziger. Für den 1. Vizepräsidenten des OK, dessen Ticket-System volle Stadien ohne die befürchteten Leerstellen auf den Tribünen garantierte, gibt es nach der WM viel zu tun, aber auch eine erfreuliche Aussicht: Da mehr Billetts als kalkuliert verkauft wurden, winkt ein WM-Überschuss von rund 20 Millionen Euro.


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