Buenos Aires - Im schlimmsten Fall droht dem argentinischen Fußball-Verband eine Trainer-Findungskommission. Es gebe derzeit keinen Plan B, erklärte AFA-Präsident Julio Grondona, falls José Pekerman nicht doch zum Rücktritt vom Rücktritt bewogen werden kann.
Er denke im Moment aber gar nicht daran, Pekerman zu ersetzen. Er ist der Erschaffer des Ganzen und er darf nicht nach zwölf Jahren bei der AFA gehen wegen eines Elfmeters, sagte Grondona dem Sender TyC.
Unterdessen signalisierte nun auch Rekordtorschütze Gabriel Batistuta seine grundsätzliche Bereitschaft, den zweimaligen Weltmeister zu übernehmen. Es wäre für mich eine große Ehre, die Mannschaft zu führen, sagte der dreimalige WM-Teilnehmer dem Fachblatt Olé. Batistuta ist mit 56 Länderspiel-Toren erfolgreicher gewesen als alle anderen Asse im Dress der Albiceleste, darunter auch Idol Diego Armando Maradona, der es auf 34 Tore brachte. Ebenso wie Maradona, der für Pekerman auch eine zweite Chance forderte und sich inzwischen nicht mehr als Nachfolger aufdrängen will, hofft auch der 37-jährige Batistuta auf des bisher noch Widerspenstigen Zähmung: Ich wünsche mir, dass José weiter macht, betonte Batigol.
Sollten die Gespräche zwischen Grondona und Pekerman, der nach dem Viertelfinal-Aus im Elfmeter-Krimi gegen Deutschland spontan seinen Rückzug nach knapp zwei Jahren als Cheftrainer der Argentinier verkündet hatte, derweil nicht im Sinne der meisten Fans, Medien und Verantwortlichen laufen, stünde Batistuta jedoch parat. Im Moment wolle er darüber aber gar nicht reden, sagte er.
Allerdings schalten sich immer mehr Club-Verantwortliche und Trainer in die Diskussion ein. Boca-Präsident Mauricio Macri sagte der Zeitung La Nacion, dass entweder Maradona oder ein anderer Spieler der Weltmeistermannschaft von 1986 neuer Nationalcoach werden müsse. Dagegen stellte sich in Carlos Bianchi ein potenzieller Nachfolger auf Pekermans Seite. Der müsse das Projekt, das er mit Übernahme der U 20 1994 begonnen hatte, an der Spitze weiterführen.
Mit den WM-Auftritten und einer Mannschaft, die sich mit Ausnahme der Rüpelszenen nach dem Aus gegen Deutschland im Elfmeterschießen stark und geschlossen wie seit Jahren nicht mehr gezeigt hatte, konnte Pekerman seine Kritiker größtenteils Lügen strafen. Nun soll er dazu gebracht werden, das Unternehmen Südafrika 2010 anzugehen. Batistuta: Es ist der Zeitpunkt, ihn zu überzeugen.
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