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Abpfiff in Kaiserslautern und Köln | 2006-06-26


Berlin - In die glänzende WM-Stimmung hat sich in Kaiserslautern und Köln auch etwas Wehmut gemischt. Das jeweils fünfte WM-Spiel, in Lautern zwischen Italien und Australien sowie in Köln zwischen der Schweiz und Ukraine, hieß auch Abschied nehmen als WM-Spielort.

Beide Städte zogen am dritten Achtelfinalspieltag eine positive Bilanz. Bundesweit erlaubten sich die Fans zu Wochenbeginn eine Atempause. Der Andrang auf die vielen Partymeilen im Land war zunächst eher mäßig.

Die Stimmung in der Stadt war vom ersten Tag an grandios, friedlich und farbenfroh, sagte der Kölner WM-Beauftragte Dieter Sanden. In der kleinsten deutschen WM-Stadt Kaiserslautern sagte der Sprecher des WM-Büros, Dirk Leibfried, dass seit Turnierstart bis zu 850 000 Menschen in der rund 105 000 Einwohner zählenden Kommune die Spiele im Stadion und auf den Großbildleinwänden gesehen und gefeiert hätten.

Ein besonderes Kompliment an Gastgeber Kaiserslautern machte ein 25-jähriger Australier aus Newcastle bei Sydney: Wenn Du betrunken bist, fahren sie Dich sogar nach Hause. Ein hilfsbereiter Pfälzer hatte den angeschlagenen Aussie aufgesammelt und ihn bei seinem Wohnmobil punktgenau abgeliefert.

Nach dem sensationellen Ansturm beim Achtelfinale Deutschland - Schweden (2:0) in München ebbte der Strom der Fans auf die WM-Meilen bundesweit deutlich ab. Auf der größten Party des Landes in Berlin habe sich die Straße des 17. Juni nur ganz langsam bevölkert, sagte ein Senatssprecher. Das Gelände zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule sei auf diese Weise einmal so richtig gemütlich als Flaniermeile zu nutzen, hieß es. Auch auf den anderen größeren Fanfesten in Deutschland war der Zustrom bei meist schwüler und warmer Witterung anfangs mäßig.

Lebhafter ging es naturgemäß an den Spielorten zu. In Kaiserslautern hatten sich etwa drei Stunden vor dem Nachmittagspiel bereits 40 000 meist italienische, aber auch viele australische Fans versammelt. Es geht stündlich rapide aufwärts, sagte ein Polizeisprecher, der für den Tag mit rund 100 000 Besuchern rechnete. In Köln war es zunächst deutlich ruhiger als sonst. Die Polizei erwartete rund 20 000 Schweizer sowie bis 10 000 Ukrainer. Auf der Treppe vor dem Dom skandierten die Eidgenossen ihren Schlachtruf Hopp Schwiiz.


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