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WM-Barometer | 2006-06-30


Welches Top-Team spielt schon auf weltmeisterlichem Niveau, welcher Trainer muss noch an seinem Kader feilen? Im WM-Barometer sind die acht im Vorfeld der Endrunde in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli 2006) von den meisten Experten favorisierten Mannschaften mit ihrem aktuellen Leistungsstand dargestellt.

WM-Gastgeber Deutschland gehört zu den großen Überraschungen des Turniers: Nach dem 4:2-Sieg im Elfmeter-Krimi gegen Argentinien steht die Elf von Bundestrainer Jürgen Klinsmann bereits im WM. Zuvor hatten Ballack & Co. im Achtelfinale die Schweden mit 2:0 nach Hause geschickt. In der Vorrunde hatte die DFB-Auswahl mit drei Erfolgen gegen Costa Rica (4:2), Polen (1:0) und Ecuador (3:0) den Gruppensieg geholt.

Das mit Superstars gespickte Ensemble von Titelverteidiger Brasilien kommt langsam auf Touren: War das 1:0 gegen Kroatien zum Auftakt noch eine ziemlich stotternder Start, lief der Motor beim 2:0 gegen Australien und dann beim 4:1-Sieg gegen Japan immer runder. Das 3:0 gegen das über weite Strecken gleichwertige Team aus Ghana kanzelten Kritiker zwar einmal mehr als Bürokraten-Fußball ohne sambatauglichen Esprit und Rhythmus ab, aber letztlich behaupteten sich Ronaldinho und Co. mit weißer Weste gegen den starken Außenseiter.

Für den zweiten Titelaspiranten aus Übersee, Argentinien, war nach dem Viertelfinale Schluss: Mit 2:4 unterlagen die Gauchos WM-Gastgeber Deutschland. Dabei hatte die Elf von Trainer Jose Pekerman zuvor fast ausschließlich schöne Spiele abgeliefert. Schon mit dem Auftaktsieg gegen das starke Team der Elfenbeinküste konnte die Albiceleste spielerisch überzeugen. Nach drei Spielen waren sie in der starken Gruppe C ungeschlagen Gruppenerster. Im Achtfinale gegen die starken Mexikaner brauchten die Gauchos allerdings die Verlängerung, um ins Viertelfinale gegen Deutschland einzuziehen.

Frankreich hat zwar nur mit Mühe und Not das Achtelfinale erreicht. Erst im letzten Gruppenspiel schaffte der Weltmeister von 1998 mit einem 2:0-Erfolg gegen Togo den Sprung unter die letzten 16. Zuvor hatte die Equipe Tricolore bei beiden Unentschieden gegen die Schweiz und gegen Südkorea nur ganz dürftige Leistungen gezeigt. Im Viertelfinale zeigten die Veteranen um den scheidenden Superstar Zinedine Zidane, dass sie noch nicht reif für die Rente sind: Mit ihrem 3:1-Sieg über Spanien ließen sie alle Hoffnungen der mit drei Vorrunden-Siegen so furios in das Turnier gestarteten Spanier platzen.

Ganz viel Luft nach oben hat auch das britische Team von Trainer Sven-Göran Eriksson: Trotz des bärenstarken Mittelfeldes um Frank Lampard und David Beckham und des Comebacks von Wayne Rooney enttäuschten die Engländer in ihren ersten drei Gruppenspielen und beim 1:0-Sieg im Achtelfinale gegen Ecuador spielerisch auf ganzer Linie. Im Viertelfinale gegen Portugal müssen sich die Profis von der Insel um 100 Prozent steigern, um nicht - wie die Niederländer - vorzeitig die Koffer packen zu müssen.

Das Oranje-Team von Bondscoach Marco van Basten verabschiedete sich im Achtelfinale mit einer 0:1-Niederlage gegen Portugal von der WM in Deutschland. In der Vorrunde hatten die Holländer in der Todesgruppe-E hinter den Argentiniern den zweiten Platz belegt.

Italien läuft langsam heiß: Beim 3:0-Erfolg im Viertelfinale gegen die Ukraine zeigten die Tifosi ihre bisher stärkste Turnier-Leistung. Im Achtelfinale gegen Außenseiter Australien ließ die Squadra Azzura die eigenen Fans bis zur buchstäblich letzten Sekunde bangen. Nur dank eines Elfmeter-Geschenk schaffte die Lippi-Truppe den Sprung in die Runde der besten Acht. In der Vorrunde wechselten bei Totti & Co. Licht und Schatten: Nach einem überzeugenden 2:0-Sieg gegen Ghana folgte ein schwaches 1:1 gegen die deutlich schwächer eingestuften Amerikaner. Das 2:0 gegen Tschechien versöhnte die fußballverrückten Tifosi wieder.

(Stand Juni 2006)


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