Frankfurt/Main - Nach der deutschen Nationalmannschaft hat auch Markus Merk seinen Traum vom WM-Finale begraben müssen.
Der Fußball-Weltverband FIFA hat den Argentinier Horacio Elizondo als Schiedsrichter für das Endspiel Italien gegen Frankreich in Berlin nominiert und damit die Hoffnungen des 44 Jahre alten Unparteiischen aus Otterbach auf einen krönenden Abschluss seiner Erfolgs-Karriere zunichte gemacht.
Während in Elizondo zum ersten Mal in der WM-Geschichte ein Unparteiischer das erste und das letzte Spiel bei einer Endrunde pfeifen darf, reiste Merk aus dem WM-Quartier ab. Der zweimalige Weltschiedsrichter des Jahres (2004, 2005) tritt damit still und leise von der internationalen Fußball-Bühne ab. Für den Pfälzer war die Endrunde in Deutschland das letzte große Turnier, da er im kommenden Jahr die international geltende Altersgrenze von 45 Jahren erreicht. Höhepunkt seiner Laufbahn bleibt das EM-Finale 2004 zwischen Griechenland und Portugal.
Elizondo hatte am 9. Juni bereits das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica geleitet. Dafür erhielt er ebenso gute Kritiken wie bei seinen weiteren Turnier-Einsätzen, darunter im Viertelfinale Portugal gegen England, als er dem englischen Stürmer Wayne Rooney wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gezeigt hatte. Ich dachte, das Eröffnungsspiel wird das größte Spiel meines Lebens bleiben. Ich bin unheimlich stolz und glücklich, aber auch sprachlos, denn ich hatte nie und nimmer damit gerechnet, sagte Elizondo.
Wir haben uns an das Leistungsprinzip gehalten und nicht an die Tradition, begründete FIFA-Generalsekretär Urs Linsi die Wahl des Argentiniers. Als Schiedsrichter für das kleine Finale zwischen Deutschland und Portugal in Stuttgart wurde der Japaner Toru Kamikawa berufen.
Rudi Glöckner bleibt somit der einzige deutsche Unparteiische, dem die Ehre eines WM-Finaleinsatzes zu Teil wurde. Der vor sieben Jahren verstorbene Sachse pfiff 1970 in Mexiko das Endspiel Brasilien gegen Italien (4:1).
Bei seiner Heim-WM war Merk in drei Partien zum Einsatz gekommen. Der ehemalige Zahnarzt, der seinen Beruf vor einem Jahr an den Nagel hing, pfiff die Vorrundenspiele Niederlande gegen Serbien-Montenegro (1:0), Brasilien gegen Australien (2:0) und Ghana gegen USA (2:1). Danach hatte er sich gute Chancen auf das Endspiel ausgerechnet. Ich hoffe, dass ich eine besondere Eintrittskarte für das Finale bekomme. Wenn die DFB-Auswahl es nicht schafft, würde ich gerne in die Bresche springen, hatte Merk zu Wochenbeginn gesagt.
Am Ende erfüllten sich seine Hoffnungen nicht. Dafür durfte Elizondo jubeln. Der Hobby-Poet aus Parada Robles, der in seiner Freizeit auch gerne den Golf-Schläger schwingt, wurde für seine überzeugenden Leistungen mit dem Finale belohnt. Es wird sein fünfter Einsatz bei dieser WM, womit er mit dem Mexikaner Benito Archundia gleich zieht. Elizondo ist seit 1994 FIFA-Schiedsrichter und sammelte schon zuvor bei internationalen Turnieren Erfahrung. 1996 leitete er sein erstes Länderspiel, 2004 war er bei den Olympischen Spielen in Athen im Einsatz.
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