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Johansson: Entscheidung über Kandidatur nach WM | 2006-07-07


Berlin - UEFA-Präsident Lennart Johansson beendet das Schweigen über seine Zukunft an der Spitze der Europäischen Fußball-Union zwei Tage nach dem Ende der Weltmeisterschaft.

Auf der UEFA-Exekutivkomiteesitzung am 11. Juli in Berlin will der 76 Jahre alte Schwede seinen 16 Kollegen mitteilen, ob er noch einmal für das Amt kandidieren wird oder den Weg für einen Nachfolger wie Franz Beckenbauer freimacht. Ich werde es zwei Tage nach der WM mitteilen, sagte Johansson, der seit 1990 Präsident der UEFA ist, der dpa. Der nächste UEFA-Wahlkongress wird im Januar in Düsseldorf stattfinden.

Für Johansson wäre Beckenbauer ein geeigneter Kandidat für den Spitzenjob im europäischen Fußball. Ich würde es sehr begrüßen, wenn er in der UEFA eine Rolle übernimmt, doch das bestimmt er selbst, meinte Johansson. Ob er nach der WM in Deutschland bleiben will, zur UEFA kommt oder zum Weltverband FIFA geht, haben wir noch nicht diskutiert. Sollte Beckenbauer jedoch seine Zukunft in der UEFA sehen, würde er den Platz für ihn frei machen: Wenn er sich entscheidet, bin ich bereit. Unabhängig von der Johansson-Entscheidung hatte der frühere französische Nationalspieler Michel Platini seine Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt.

In seiner Funktion als Vorsitzender des WM-Organisationskomitees, dem gemeinsamen Gremium von FIFA und nationalem Ausrichter, hat er viel mit Beckenbauer zusammen gearbeitet und ihn weiter schätzen gelernt. Es war die beste WM, kein Zweifel, meinte der FIFA-Vizepräsident. Für mich war es eine leichte Aufgabe, da andere die Arbeit gemacht haben. Es wird schwer werden, es besser zu machen. Einen Dämpfer hatte Johanssons gute Beziehung zum Kaiser im März beim UEFA-Kongress in Budapest bekommen, bei dem Beckenbauer durch Abwesenheit glänzte und für Verstimmung sorgte.

Beckenbauer selbst hatte während der WM sein Interesse am UEFA-Spitzenamt noch einmal bekräftigt, aber betont, seine Kandidatur nur anzumelden, wenn Johansson von sich aus gehen würde. Zunächst ist der 60-Jährige jedoch froh, dass sein neunjähriges Engagement für das WM-Mammutprojekt bald beendet ist. Da geht ein Lebensabschnitt zu Ende. Ich weine aber nichts nach, ich werde nichts vermissen, meinte Beckenbauer und fügte zurückhaltend an: Warten wir es ab. Irgendetwas wird schon passieren.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) würde sich wünschen, wenn der charismatische Beckenbauer die Außenpolitik des Verbandes übernehmen würde. Franz wäre ein Garant für unsere Interessen. Mit seinem Ansehen kann er eine sehr wichtige Rolle spielen, sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger.


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