Berlin - Am 2. Juli 2000 im Stadion De Kuip von Rotterdam sorgte David Trezeguet im EM-Finale gegen Italien für das letzte Hurra der Equipe Tricolore.
Mit seinem Golden Goal in der 103. Minute des Endspiels zum 2:1 gegen die Squadra Azzurra machte der damals 22-jährige Angreifer für Frankreich das Double perfekt: Zwei Jahre nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft ging auch der europäische Titel an die Grande Nation. Dabei hatte es vor 48 000 Zuschauern bis zur 90. Minute nach einem Sieg der Italiener ausgesehen, die durch Marco Delvecchio (55.) vorne lagen. Doch dann schoss der eingewechselte Sylvain Wiltord seine Mannschaft in die Verlängerung, in der Trezeguet für das Happy End sorgte.
Wenn sich im Berliner Olympiastadion die beiden Fußball-Supermächte erneut in einem großen Finale gegenüberstehen, sind noch sieben Akteure aus dem Rotterdamer Endspiel dabei. Fabien Barthez, Lilian Thuram, Patrick Vieira, Zinedine Zidane und Thierry Henry für Frankreich, Francesco Totti und Fabio Cannavaro auf Seiten der Italiener. Im Team der Azzurri stand damals auch Gianluca Pessotto, der vor zwei Wochen einen Selbstmordversuch unternahm.
Insgesamt vier Mal standen sich beide Mannschaften bei einer WM-Endrunde gegenüber, dabei gab es für beide Seiten zwei Siege. Auf dem Weg zum Titel 1998 im eigenen Land benötigte Frankreich im Viertelfinale gegen die Italiener ein Elfmeterschießen, um nach torlosen 120 Minuten auf Titelkurs zu bleiben. Als Luigi di Biagio vor 77 000 Zuschauern im Stade de France mit dem zehnten Schuss die Latte traf, kannte der Jubel um das Team von Aime Jacquet keine Grenzen. Die erfolgreichen Schützen zum 4:3 für den Gastgeber waren Zidane, Trezeguet, Henry und Kapitän Laurent Blanc, Bixente Lizarazu hatte verschossen.
Auch 1986 in Mexiko schickte die Equipe Tricolore die Italiener vorzeitig nach Hause. Unter der Regie von Michel Platini, der in der 14. Minute das Führungstor erzielte, gelang dem Europameister im Achtelfinale ein 2:0-Sieg gegen die in die Jahre gekommenen Azzurri, in deren Reihen noch fünf Weltmeister von 1982 standen. Yannick Stopyra (57.) machte den Sturz des Favoriten perfekt. Nach ihrem Viertelfinal-Sieg gegen Brasilien wurden die Franzosen erst in der Vorschlussrunde von der deutschen Mannschaft gestoppt.
In den ersten beiden WM-Duellen 1938 und 1978 hatte Italien die Oberhand behalten. Auf dem Weg zum zweiten Titel ließ sich die Squadra Azzurra am 12. Juni 1938 im Viertelfinale auch vom WM- Gastgeber nicht aufhalten und kam durch zwei Tore von Silvio Piola zu einem 3:1-Sieg. 40 Jahre später im argentinischen Mar del Plata reichte Frankreich das Blitztor von Bernard Lacombe nach nur 31 Sekunden nicht zum ersten Vorrundensieg. Paolo Rossi und Renato Zaccarelli drehten den Spieß zum 2:1 für die Italiener um, die das Turnier nach einer 1:2-Niederlage gegen Brasilien schließlich als Vierte beendeten.
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