REGELRECHT: Der Schiedsrichter-Assistent | 2006-07-08
Berlin - Mit einem ordentlichen Schiedsrichter-Gespann ist es wie mit einer Skatrunde: Gebraucht werden immer drei. Wenn noch ein vierter Mitspieler zur Verfügung steht, kann man Doppelkopf spielen, das ist noch lustiger.
Der vierte Unparteiische im Fußball streitet sich mit Trainern und Spielern, außerdem zeigt er mit seiner Tafel Auswechslungen und Nachspielminuten an. Diesen vierten Mann gibt es nur im Profifußball und auch bei der WM. In den unteren Ligen bleibt es beim Trio.
Während die Unparteiischen bei der WM dank schicker Headsets erstmals direkt miteinander sprechen konnten, läuft die Kommunikation in Bezirks- und Kreisligen mehr mit geheimen Zeichen ab. Hand auf der Brusttasche des Assistenten heißt: Gelbe Karte zeigen, Hand auf der Gesäßtasche bedeutet: Rote Karte zeigen. Bei einem Foul in Strafraumnähe bedeuten langsame Schritte zur Eckfahne: Foul war innerhalb, Elfmeter geben. Stehenbleiben und Gesicht zur Mittellinie heißt: Foul war außerhalb, nur auf Freistoß entscheiden.
Außerdem übernehmen die Helfer andere wichtige Aufgaben. Der erste Assistent holt den Schlüssel vom Platzwart und sperrt - erst recht im Notfall - die Umkleidekabine ab, der zweite Assistent bringt Handtuch und Seife mit. Die Karten muss der Schiedsrichter aber selbst dabei haben.