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Zwanziger: Kein Widerstand gegen Klinsmann im DFB | 2006-07-08


Berlin - Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht im Führungsgremium des Deutschen Fußball-Bundes keinen Widerstand gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

Es gibt im DFB-Präsidium keinen, der ernsthaft eine Vertragsverlängerung mit Jürgen Klinsmann in Frage stellen würde. Das wird eine völlig einmütige Haltung werden, sagte Zwanziger in Interviews mit mehreren Zeitungen.

Einige Präsidiums-Mitglieder hatte vor der WM eine kritische Haltung gegenüber dem Reformkurs Klinsmanns eingenommen und unter anderem ein Engagement von Hockey-Nationalcoach Bernhard Peters als DFB-Sportdirektor verhindert. Zwanziger ermahnte seine Kollegen, sich künftig zurückhaltender in den Medien zu äußern. Einige Helden im Präsidium können ja den Mund nicht halten und sind überglücklich, wenn sie mal einer anruft, sagte der Jurist, relativierte diesen Vorwurf aber umgehend als scherzhafte Aussage.

Zwanziger stellte die Arbeit Klinsmanns als Musterbeispiel auch für andere Gesellschaftsbereiche dar. Wir bräuchten viele Klinsmänner in diesem Land. An anderen Stellen gibt es viel verkrustetere Strukturen, sagte der DFB-Chef. Zwanziger machte erneut deutlich, dass er alles tun werde, um Klinsmann im Amt halten zu können. Ich werde es ihm sehr schwer machen, nein zu sagen.

Für die Zeit nach der WM kündigte Zwanziger eine schwierige Phase für die deutsche Nationalmannschaft an. Die Qualifikation für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz sei kein Selbstläufer. Es beginnt jetzt wieder ein völlig neuer Weg. Jetzt muss ab September Farbe bekannt werden in einer nicht ganz einfachen Gruppe mit Tschechien. Die Aufmerksamkeit für die EM beginnt mit dem ersten Spiel, sagte Zwanziger. Die Euphorie könne nicht auf Dauer anhalten: Ich glaube, dass der Alltag uns in absehbarer Zeit wiederhaben wird.

Den Fußball-Boom insgesamt sieht der DFB-Präsident an einer Obergrenze angekommen. Zudem könne der Sport nicht alle Probleme des Landes lösen. Der Fußball hat jetzt eine Stellung erreicht, bei der man auch ein bisschen bremsen muss. Der Fußball ist ja keine heile Welt, und man darf den Fußball jetzt auch nicht als Ersatz für Religion, für Politik und für alles andere nehmen. Er hat dazu beigetragen, dass die Menschen ein Stück ihren Alltag abschütteln konnten, aber was man daraus anschließend macht, ist nicht Sache des Fußballs, sagte Zwanziger.


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