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Schweiz vom Togo-Chaos unbeeindruckt | 2006-06-18


Frankfurt/Wangen - Unbeeindruckt vom Togo-Chaos mit Trainerdiskussion und Spielerstreik will Jakob Kuhn im Duell gegen seinen alten Kumpel Otto Pfister den ersten Endrundensieg für die Schweiz seit zwölf Jahren perfekt machen.

Ich kenne Otto Pfister seit 40 Jahren. Er ist so lange in Afrika, dass er mit diesen Mechanismen bestens vertraut ist. Uns beschäftigt das überhaupt nicht. Wir müssen uns auf die eigene Leistung konzentrieren und das Spiel gewinnen, forderte der Trainer der Eidgenossen von seiner Mannschaft drei Punkte.

Dass Pfister die Liga-Spiele in seiner Wahl-Heimat Schweiz intensiv verfolgt und das Team des EM-Gastgebers von 2008 aus dem Effeff kennt, ficht Kuhn nicht an. Es ist sicher kein Nachteil, aber es wird ihm nichts nutzen, sagte der 62-Jährige.

Allerdings warnt der Trainer-Fuchs vor einer Unterschätzung des seit Tagen für Negativ-Schlagzeilen sorgenden WM-Neulings, der durch einen Spielerstreik erneut für Aufsehen sorgte. Es wird kein Spaziergang. Ich rechne mit einem schweren Spiel. Alle, die Togo als Kanonenfutter bezeichnen, liegen falsch, sagte Kuhn.

Nach dem torlosen Remis gegen Frankreich setzt Kuhn im zweiten Gruppenspiel mehr auf Offensive. Für den eher defensiv ausgerichteten Raphael Wicky dürfte Daniel Gygax in die Startformation rücken. Wir wissen, dass wir keine Tormaschine sind. Das müssen wir ändern, erklärte der Coach. Dass beim Gegner mit dem gesperrten Jean-Paul Abalo und dem verletzten Ludovic Assemoassa die halbe Abwehr ausfällt, kommt den Eidgenossen gelegen. Wir müssen Tore schießen, vor allem wir Stürmer sind jetzt gefordert, sagte Marco Streller.

Besonders heiß auf die Partie in Dortmund ist BVB-Profi Philipp Degen. Ich gehe mit großen Gefühlen dorthin und freue mich riesig auf das Spiel. Ich kenne jede Ecke in diesem Stadion. Das ist ein richtiger Fußball-Tempel und nicht irgendeine Turnhalle, sagte Degen, der rechtzeitig von seiner im Frankreich- Spiel erlittenen Fußprellung genesen ist.

Ganz andere Sorgen hat Pfister, der am Sonntagvormittag zunächst vergeblich auf seine immer noch um die WM-Prämie pokernden Spieler wartete. Immerhin brach das Team mit Verspätung dann doch noch gen Dortmund auf. Wir werden auf unseren Trainer hören und alles geben, versprach Mittelfeldspieler Thomas Dossevi trotz der nicht optimalen Vorbereitung einen großen Kampf. Und Stürmer Mohamed Kader erklärte: Für mich ist das Spiel ein kleines Finale.


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