Enttäuschung in Kroatien über WM-Ausscheiden | 2006-06-23
Zagreb - Mit maßloser Enttäuschung haben die Medien in Kroatien auf das Ausscheiden ihrer Mannschaft reagiert. Der Grundtenor: Das defensive Konzept von Trainer Zlatko Kranjcar sei Schuld am ausgebliebenen Erfolg.
Vor allem haben wir uns verteidigt und zu wenig Offensivfußball geboten, schrieb die Zeitung Jutarnji list in Zagreb. Ins gleiche Horn blies der frühere Trainer Ciro Blazevic, der Kroatien bei der WM 1998 auf den dritten Platz geführt hatte. Sein Nachfolger habe sich vom traditionellen Konzept des Angriffsfußballs verabschiedet und damit Schiffbruch erlitten, sagte er im Fernsehen.
Einig sind sich die Zeitungen aber auch darin, dass der Hand-Elfmeter den Anfang vom Ende eingeläutet habe. Der dumm eingehandelte Elfer von Stjepan Tomas hat uns die Niederlage eingebracht, analysierte die Zeitung 24sata und auf der Titelseite prangte die Anklage Tomas, Du bist Schuld. Schließlich sei das Fehlen von herausragenden Spielerpersönlichkeiten für die Niederlage verantwortlich, hieß es weiter. Kroatien besaß bei dieser WM nur Mauerer und keine Spiel-Architekten, schrieb Jutarnji list.