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Wiedersehen Ronaldos mit van Nistelrooy im Fokus | 2006-06-23


Marienfeld/Nürnberg - Als Cristiano Ronaldo gefragt wurde, ob er im WM-Achtelfinale lieber gegen Argentinien oder die Niederlande spielen möchte, zögerte der portugiesische Jungstar nur kurz und sagte dann: Dutch.

Dabei dachte Ronaldo gleich an seinen niederländischen Vereinskameraden von Manchester United, Ruud van Nistelrooy. Mit dem Torjäger verbindet den Portugiesen nicht gerade eine große Freundschaft. Die beiden Profis sind zuletzt im Clubtraining häufiger aneinander geraten und lieferten den englischen Medien ungewollt so manche Schlagzeile.

Vor der Partie in Nürnberg gegen die Oranjes war Cristiano Ronaldo allerdings um Schlichtung bemüht. Das war doch ein Sturm im Wasserglas. In unserem Job geht es nun mal etwas rauer zu. Jeder macht nur seinen Job, sagte der Portugiese. Alles ein großes Missverständnis. Wir haben uns längst ausgesprochen. Unser Verhältnis ist von gegenseitigem Respekt geprägt.

Van Nistelrooy, der wie kein anderer von guten Pässen und Flanken abhängig ist, kritisierte vor allem die eigenwillige Spielweise des 21 Jahre alten Offensivmannes. Ronaldo, dessen Stern in der Nationalmannschaft bei der EM 2004 im eigenen Land aufging, versteht die Fußball-Bühne auch als große Show - am liebsten mit sich selbst als Hauptdarsteller. Spektakuläre Dribblings, ein Turbo-Antritt und eine besondere Schusstechnik zeichnen ihn aus. Ihm werden aber auch mangelnde Effektivität, Abschlussschwäche und Disziplinlosigkeit nachgesagt.

In der portugiesischen seleccao hält Trainer Luiz Felipe Scolari seine schützende Hand über den Jüngsten im Team. Er muss auf dem Platz auch immer viel einstecken. Da ist es verständlich, dass er sich mal wehrt, sagte der Coach, der auch in schwächeren Phasen an seiner Nummer 17 festhält. In der Neuauflage des EM-Halbfinals gegen die Niederlande soll der Jungstar, der wie vier andere Kollegen wegen drohender Gelbsperre zuletzt pausieren musste, seinem Team wieder zum entscheidenden Erfolg verhelfen.

Der auf der Blumeninsel Madeira geborene Mädchenschwarm hat einen großen Kredit im Nationalteam. Bei Manchester United musste Cristiano Ronaldo oft die Ersatzbank drücken, bei Scolari darf er glänzen. Und in Kapitän Luis Figo hat er ohnehin einen prominenten Fürsprecher. Man erwartet von Cristiano Ronaldo immer, dass er sehr gut spielt. Er hat aber zuletzt nicht schlecht gespielt und doch steht er in der Kritik, sagte Figo. Er wird der Mannschaft noch sehr helfen.

Portugals Kapitän gibt dem aufstrebenden Ronaldo alle Chancen. Bei Elfmetern oder vielen Freistößen im Spiel lässt er dem Benjamin den Vortritt. Cristiano Ronaldos neueste Spezialität, zuletzt oft nach den Trainingseinheiten geübt, ist ein Freistoß aus etwa 30 Metern, scharf geschossen, mit überraschender Flugkurve. Die Niederländer sind ohnehin gewarnt: Vor zwei Jahren im EM-Halbfinale erzielte Cristiano Ronaldo beim 2:1-Sieg gegen die Oranjes das 1:0.


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